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Vorsichtige Lockerungen Boris Johnson will England aus dem Lockdown führen – endgültig und unumkehrbar

Boris Johnson spricht
Großbritanniens Premier Boris Johnson am Montag bei einem Presse-Briefing in der Downing Street
© Stefan Rousseau/PA Wire / DPA
Boris Johnson bastelt für England an einem Fahrplan aus dem Lockdown in der Corona-Pandemie. Der Weg solle zwar vorsichtig beschritten werden – ein Zurück werde es aber nicht geben.

In England mehren sich die Anzeichen für eine vorsichtige Lockerung des Lockdowns in der Coronavirus-Pandemie. Britischen Medienberichten zufolge könnte Premier Boris Johnson am kommenden Montag einen Fahrplan für Lockerungen im Landesteil England vorlegen. Für die Corona-Maßnahmen in den anderen Landesteilen sind die Regionalregierungen in Schottland, Wales und Nordirland verantwortlich.

Medienberichten zufolge sollen am 8. März die ersten Schülerinnen und Schüler in England wieder vor Ort unterrichtet werden. Die folgenden Schritte könnten etwa erlaubte Outdoor-Aktivitäten sein, bevor danach der Einzelhandel und noch später die Gastronomie geöffnet werden könnten. Abhängig ist dies jedoch auch von wissenschaftlichen Auswertungen dazu, inwieweit sich der Impffortschritt bereits auf die Infektionslage auswirkt.

Boris Johnson: Lockerungen werden "vorsichtig, aber irreversibel" erfolgen

Die Lockerungen sollten extrem "vorsichtig, aber irreversibel" erfolgen, kündigte Johnson zu Beginn dieser Woche in London an. Nach etlichen Kehrtwenden und einem mehrfachen Hin und Her zwischen härteren und weicheren Maßnahmen sind er und seine Regierungskollegen davon überzeugt, dass der aktuelle Lockdown der letzte sein soll. Eine Kehrtwende, also eine erneute Verschärfung der Einschränkungen, solle unter allen Umständen vermieden werden.

Großbritannien ist mit über vier Millionen Infizierten und mehr als 117.000 Toten das am härtesten von der Corona-Pandemie betroffene Land Europas. Anfang Januar hatte die Regierung in London erneut einen Lockdown mit Schulschließungen verhängt. Sie reagierte damit auf einen dramatischen Anstieg der Infektionszahlen, der auf die Ausbreitung einer ansteckenderen Coronavirus-Variante zurückgeführt wurde.

Seitdem ging die Zahl der Neuinfektionen stark zurück. Daher wurde zuletzt die Forderung immer lauter, die Beschränkungen im März zu lockern. Am Wochenende unterzeichneten mehr als 60 Abgeordnete der regierenden konservativen Tories einen Brief, in dem sie von Johnson einen klaren Zeitplan für Lockerungen und eine Aufhebung aller gesetzlichen Maßnahmen bis Ende April verlangten.

Gesundheitsminister Matt Hancock bat die Menschen jedoch um Geduld. Von einer Lockerung des Lockdowns sei das Land noch ein gutes Stück entfernt, sagte er. Die Regierung wartet seinen Angaben zufolge etwa noch auf Daten zur Wirkung von Impfstoffen auf die Übertragbarkeit des Virus.

Viele ältere Briten sind bereits gegen Corona geimpft

Die britische Impfkampagne läuft allerdings so gut wie in keinem anderen europäischen Land. Am Sonntag erreichte das Vereinigte Königreich dabei ein wichtiges Zwischenziel: 15 Millionen seiner rund 66 Millionen Einwohner haben bereits eine Impfdosis erhalten. Mehr mehr als 90 Prozent der über 70-jährigen Bürger im Vereinigten Königreich haben eine erste Impfung gegen das Coronavirus bekommen. "Das ist ein einzigartiger, nationaler Erfolg", sagte Johnson. "Das ist jedoch kein Moment zum Entspannen", schränkte der Premier ein.

Im Kampf gegen Corona trat am Montag zusätzlich eine zehntägige Hotel-Quarantänepflicht für Rückkehrer aus 33 Hochrisiko-Ländern in Kraft, in denen die neuen Coronavirus-Varianten stark verbreitet sind.

Boris Johnson, der im vergangenen Jahr selbst sehr ernsthalft an Covid-19 erkrankt war, bleibt vorsichtig. "Die Gefahr bleibt sehr real", sagte er. Noch immer würden mehr Menschen mit Covid-19 in britischen Krankenhäusern behandelt als während der ersten Corona-Welle im April. Bis Ende April wollen die Briten allen über 50-Jährigen eine erste Impfdosis verpasst haben.

Quellen: AFP, dpa, "Politico"

anb

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