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Kiewer Vorort Leichen auf Straßen, Häuser in Trümmern: Lage in Borodjanka "deutlich schrecklicher" als in Butscha

Sehen Sie im Video: Präsident Selenskyj: Lage in Borodjanka "deutlich schlimmer" als in Butscha.






In den Ortschaften rund um die ukrainische Hauptstadt Kiew dauern die Aufräumarbeiten nach dem Ende der Kämpfe an. Und immer wieder finden die Helfer Leichen auf den Straßen und in den Trümmern. Auch in Borodjanka. Dieser Mann hofft weiter auf ein Lebenszeichen seiner Familie, unter den Trümmern eines Wohnblocks eingeschlossen sein könnte: "Meine Mutter, mein Bruder, die Frau meines Bruders, seine Mutter und sein Schwiegervater sind noch dort. Und auch andere Leute, die dort im Keller waren. Aber es gab noch andere Leute in den oberen Stockwerken, auch mit Kindern. Und ich weiß mit Sicherheit, dass sie nicht herausgekommen sind.“ Der ukrainische Präsident Selenskyj nannt die Lage in Borodjanka "deutlich schrecklicher" als in der nahegelegenen Stadt Butscha. Dort sollen russische Soldaten nach Darstellung der Regierung in Kiew und des Westens Kriegsverbrechen begangen haben. Die Regierung in Moskau weist dies zurück. Aber auch bei Experten bildet sich zunehmend ein Eindruck, sagte Rechtsanwalt Wayne Jordash von der Global Rights Compliance Foundation: "Ich glaube, es gibt ein Muster, und das Muster scheint darauf hinzudeuten, dass das russische Drehbuch - die Art und Weise, wie sie Krieg führen - in erster Linie darauf abzielt, Zivilisten einzuschüchtern, damit sie sich im Wesentlichen mit den russischen Zielen abfinden und zustimmen. Das war der Fall in Syrien, das war der Fall in Tschetschenien, das war der Versuch in Georgien. Und wir sehen es jetzt hier, das ist es, worauf das Muster hinzudeuten scheint. Diese Stadt ist ein gutes Beispiel dafür." Internationale Organisation sichern zunehmend Beweise um später mögliche Kriegsverbrecher vor Gericht bringen zu können. Viele Menschen in Borodjanka denken noch gar nicht soweit. Sie fürchten weiter um ihre Angehörigen und Freunde.
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Während viele Ukrainer in den zerstörten Kiewer Vororten auf Lebenszeichen von Angehörigen hoffen, sammeln internationale Organisationen Beweise für mögliche Kriegsverbrechen. Ukraines Präsident Selenskyj nannte die Lage in Borodjanka "deutlich schrecklicher" als in Butscha.

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