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Freundschaftsbesuch Braungebrannt bei Bolsonaro: von Storch bei Brasiliens Präsidenten

Beatrix von Storch Jair Bolsonaro
Beatrix von Storch und ihr Mann (r.) gutgelaunt bei Jair Bolsonaro in Brasilia
© Team von Storch / DPA
Nicht nur wegen seiner Corona-Politik muss Jair Bolsonaro heftige Kritik einstecken. Da kommt freundschaftlicher Besuch gerade Recht. AfD-Vize-Vorsitzende Beatrix von Storch tat ihm den Gefallen und besuchte den Präsidenten Brasiliens.

Für Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro  läuft es gerade nicht ganz so rund. Erneut sind wieder Tausende gegen den rechten Staatschef und seine Regierung auf die Straße gegangen. Bei den Protesten forderten die Menschen ein Amtsenthebungsverfahren, mehr Impfungen und wirtschaftliche Hilfen in der Pandemie und eine Ende Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen. Zuletzt lehnten in Umfragen 51 Prozent die Politik des Präsidenten ab. Das war das schlechteste Ergebnis seit Bolsonaros Amtsantritt 2019 – und doch hat er gut lachen. Sehr gut sogar, wenn man dem Bild glaubt, das von ihm und Beatrix von Storch publik wurde.

Beatrix von Storch nebst Gatte bei Bolsonaro

Die stellvertretende AfD-Vorsitzende wurde im Rahmen ihrer Brasilien-Reise, bei der auch ihr Mann Sven von Storch zugegen war, offenbar von Präsident Bolsonaro empfangen – ein Foto der drei mit einem breit grinsenden Staatschef wurde jetzt von ihrem Team herausgegeben. Ihre Partei wolle sich stärker vernetzen und auf internationaler Ebene für die christlich-konservativen Werte einstehen, schrieb sie dazu.

In Brasilien hatte zuvor schon ein Treffen von Storchs mit dem Sohn des Präsidenten, Eduardo Bolsonaro, Kritik ausgelöst. Die Vorsitzende der Arbeiterpartei, Gleisi Helena Hoffmann, schrieb auf Twitter, das Treffen "mit einer nationalsozialistischen deutschen Parlamentarierin" sei "erbärmlich". Die Gesprächspartner hätten vieles gemein: "Fremdenfeindlichkeit, Hassrede und antidemokratische Haltung."

Weitere Kritik kam von der Bewegung "Juden für die Demokratie" und von Brasiliens wichtigstem Holocaust-Museum. Das Museo de Holocausto in der südbrasilianischen Stadt Curitiba sprach von einer Belastung "für den Aufbau einer kollektiven Erinnerung an den Holocaust in Brasilien und für unsere eigene Demokratie".

AfD unterwegs in Brasilien und Russland

Das Treffen mit Bolsonaro dem Älteren fand nach Angaben ihres Bundestagsbüros bereits am 21. Juli in seinem Amtssitz statt. Sein Sohn verteidigte das Treffen: "Wir sind durch die Ideale der Verteidigung der Familie, des Schutzes der Grenzen und der nationalen Kultur geeint", hieß es dazu. Die Abgeordnete Bia Kicis schrieb nach ihrer Begegnung mit Storch: "Die Konservativen der Welt vereinen sich, um christliche Werte und die Familie zu verteidigen."

Von Storchs Brasilienreise ist nicht der erste Auslandstrip der AfD. Für Aufsehen sorgten auch die Russland-Aufenthalte der AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel sowie das Treffen des Parteivorsitzenden Tino Chrupalla mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow. Darüber hinaus waren einige AfD-Politiker auf die von Russland annektierte Krim gereist.

nik DPA AFP

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