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Bürgerkrieg in Syrien: Konkrete Hinweise auf Einsatz von Chemiewaffen

Im syrischen Bürgerkrieg wurden offenbar Chemiewaffen eingesetzt. Die USA können nicht genau sagen, welches Gift verwendet wurde, sind sich aber sicher, wer von den Waffen Gebrauch machte.

Die USA haben laut dem Weißen Haus nun offenbar konkrete Anhaltspunkte für einen Chemiewaffeneinsatz des Regimes in Syrien. Es könne mit "unterschiedlichen Graden der Sicherheit" gesagt werden, dass das Gift "in einem kleinen Maßstab" zur Verwendung gekommen sei, heißt es in einem Brief der US-Regierung an den Kongress in Washington.

Es sei nicht absolut sicher, dass Machthaber Baschar al Assad zum Beispiel das Nervengift Sarin gegen die Rebellen eingesetzt habe und unter welchen Bedingungen dies geschehen sei. "Wir glauben, dass jeder Einsatz von Chemiewaffen in Syrien wahrscheinlich vom Assad-Regime ausging", heißt es in dem Brief aus dem Weißen Haus.

USA drohten mit Konsequenzen

Die israelische Armee hatte bereits am Dienstag von Beweisen für einen Einsatz von Chemiewaffen durch die syrischen Regierungstruppen gesprochen. "Die zusammengezogenen Pupillen, der Schaum, der aus dem Mund kommt, und andere Anzeichen, die wir gesehen haben, deuten darauf hin, dass tödliche chemische Waffen benutzt werden", sagte der Leiter der Abteilung Aufklärung und Analyse, Itai Brun, auf einer Sicherheitskonferenz in Tel Aviv.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel und Außenminister John Kerry hatten diese Darstellung zunächst angezweifelt. Präsident Barack Obama hatte dem syrischen Präsidenten Baschar al Assad mit weitreichenden Konsequenzen im Falle eines Chemiewaffeneinsatzes gedroht.

Der Aufstand gegen Syriens Staatschef Assad ab März 2011 hat sich zu einem blutigen Bürgerkrieg entwickelt. Nach UN-Schätzungen wurden dabei bereits mehr als 70.000 Menschen getötet.

swd/DPA/AFP / DPA