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Bürgerkrieg in Syrien Rebellen tragen Kämpfe offenbar in die Hauptstadt Damaskus


In der syrischen Hauptstadt Damaskus haben sich Aufständische und Assad-Truppen offenbar heftige Gefechte geliefert. Die Rede ist von den schwersten Kämpfen seit Ausbruch der Rebellion.

Die syrische Hauptstadt Damaskus ist nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten von den heftigsten Kämpfen seit dem Beginn der Rebellion im März 2011 erschüttert worden. Die syrische Armee feuere Mörsergranaten auf Stadtteile, in denen sich Kämpfer der aus Deserteuren zusammengesetzten Freien Syrischen Armee verschanzt hätten, erklärte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Es habe in mehreren Stadtvierteln bewaffnete Auseinandersetzungen gegeben, sagte der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Besonders heftig waren die Kämpfe demnach in den Vierteln Tadamon, Kafar Susse, Nar Aischa und Sidi Kadad. "Die Sicherheitskräfte versuchen die Kontrolle über die Viertel zurückzugewinnen, aber sie schaffen es vorerst nicht", sagte Rahman. Mindestens sechs Zivilisten seien getötet worden.

Die örtlichen Koordinierungs-Komitees der Aufständischen berichteten von dichtem schwarzen Rauch über dem Stadtteil Tadamon und von lauten Explosionen in Nar Aischa. Der oppositionelle Syrische Nationalrat warf der syrischen Armee vor, Gegenden der Hauptstadt in ein "Schlachtfeld" verwandelt zu haben. "Die Revolution breitet sich aus und zieht die Schlinge um das Regime enger", sagte ein Sprecher in einer über arabische Satelliten-Sender verbreiteten Stellungnahme.

UN-Beobachter in Tremseh

Nach Angaben der Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden am Sonntag in Syrien 105 Menschen getötet - 48 Zivilisten, 16 Rebellen und 41 Soldaten. Die Beobachtungsstelle beziffert die Gesamtzahl der Toten seit dem Beginn des bewaffneten Aufstandes im März 2011 auf mehr als 17.000. International für Empörung gesorgt hatte zuletzt der Angriff der syrischen Armee auf die zentralsyrische Ortschaft Tremseh, bei dem laut Menschenrechtsaktivisten mehr als 150 Menschen getötet wurden.

Dort hatten die Soldaten nach Angaben von UN-Beobachtern wohl vor allem Regimegegner im Visier. "Die Attacke richtete sich offenbar gegen bestimmte Gruppen und Gebäude vor allem von Armee-Deserteuren und Aktivisten", teilten die Blauhelme am Samstagabend nach einer ersten Untersuchung vor Ort mit.

Sie kehrten am Sonntag an den Ort zurück und befragten Dorfbewohner. Wie viele Menschen bei den Kämpfen getötet wurden, ist nach UN-Angaben vom Sonntag weiter unklar. Der Angriff begann nach Aussagen von Bewohnern am Donnerstag um 5.00 Uhr. Das Dorf sei zunächst mit Granaten beschossen worden, dann seien Bodentruppen eingesetzt worden. Die Armee habe Häuser durchsucht und nach Männern und ihren Ausweisen gefragt. Nach der Überprüfung der Papiere seien viele getötet worden. Andere Männer seien aus Tremseh weggeführt worden. Es seien mehr als 50 Häuser zerstört worden. In vielen Häusern seien Blutlachen und Gehirnmasse gefunden worden, hieß es in dem am Sonntag verbreiteten UN-Bericht weiter, den Sie hier nachlesen können.

Kofi Annan auf dem Weg nach Russland

Im Bemühen um ein geschlossenes Auftreten der internationalen Gemeinschaft im Syrien-Konflikt reist UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Montag nach China, während der Sonderbeauftragte Kofi Annan sich zu Gesprächen mit der russischen Führung nach Moskau begibt. Am Veto Russlands und Chinas waren bisher zwei UN-Resolutionen zu Syrien gescheitert, mit denen der Westen den Druck auf Syriens Staatschef Baschar al-Assad erhöhen wollte.

kng/DPA DPA

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