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Rücktritt nach Massenprotesten: Burkina Fasos Präsident Compaoré gibt auf

Der Druck wurde am Ende wohl doch zu groß: Nachdem erneut zehntausende Menschen in Burkina Faso gegen Blaise Compaoré protestierten, erklärte der Langzeitpräsident seinen Rücktritt.

War seit 27 Jahren Präsident von Burkina Faso: Blaise Compaoré, hier beim Afrika-Gipfel 2011 in Addis Abeba.

War seit 27 Jahren Präsident von Burkina Faso: Blaise Compaoré, hier beim Afrika-Gipfel 2011 in Addis Abeba.

Der Präsident des westafrikanischen Staates Burkina Faso, Blaise Compaoré, ist von seinem Amt offiziell zurückgetreten. Dies erklärte der 63-Jährige am Freitag in einer Mitteilung. Compaoré gab damit dem Druck der Bevölkerung nach.

Nach Massenprotesten mit drei Toten und zahlreichen Verletzten hatte das Militär am Donnerstag das Parlament aufgelöst und die Einsetzung einer Übergangsregierung angekündigt. Auch am Freitag hatten wieder zehntausende Menschen gegen den Präsidenten demonstriert und seinen sofortigen Rücktritt gefordert.

Compaoré hatte am Donnerstag zwar angekündigt, auf eine weitere Amtszeit zu verzichten und von einer geplanten Verfassungsänderung abzusehen. Jedoch wolle er bis zu den Wahlen im November 2015 einer Übergangsregierung vorstehen.

Der Präsident regierte das westafrikanische Land seit einem Putsch vor 27 Jahren. Er wollte zuletzt vom Parlament die Verfassung ändern lassen, um sich auch im nächsten Jahr erneut zur Wahl stellen zu können.

Das Agrarland Burkina Faso mit etwa 17 Millionen Einwohnern ist eines der ärmsten Länder der Welt.

mad/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters