California Recall Schwarzenegger weist Vorwürfe zurück


Zwei Tage vor der Wahl in Kalifornien kämpft der Gouverneurskandidat Arnold Schwarzenegger gegen sinkende Umfragewerte und Vorwürfe der sexuellen Belästigung.

Zwei Tage vor der Wahl in Kalifornien kämpft der Gouverneurskandidat Arnold Schwarzenegger gegen sinkende Umfragewerte und Vorwürfe der sexuellen Belästigung. Schwarzenegger sagte am Sonntagabend dem US-Fernsehsender NBC, er werde sich zu den Anschuldigungen erst nach der Wahl wieder äußern. Mittlerweise werfen 15 Frauen dem Hollywood-Schauspieler vor, sie bei Dreharbeiten und anderen Gelegenheiten gegen ihren Willen berührt zu haben.

Davis fordert Erklärung

"Ich kann in die Einzelheiten gehen und herausfinden, was wirklich los ist", sagte Schwarzenegger der NBC. "Aber im Moment bin ich einfach mit dem Wahlkampf beschäftigt." Der amtierende Gouverneur Gray Davis erklärte dagegen, Schwarzenegger schulde den Wählern vor der Abstimmung am Dienstag eine Erklärung. Davis sagte dem Fernsehsender CNN, Schwarzenegger befinde sich derzeit "im freien Fall" und könne noch in der Schlussphase des Wahlkampfs überholt werden.

Während eines Auftritts in Sacramento zum Abschluss der Wahlkampftour äußerte sich der Schauspieler nicht zu den Vorwürfen. Davis habe wichtige Gelegenheiten verstreichen lassen und müsse daher abgewählt worden, sagte Schwarzenegger vor fast 5.000 Anhängern. Davis unterzeichnete ein neues Gesetz, nach dem die Arbeitgeber in Kalifornien verpflichtet werden, für weitere fast 1,1 Millionen Arbeitnehmer die Krankenversicherung zu bezahlen.

Vorwürfe zurückgewiesen

Die Zeitung "Los Angeles Times" berichtete, es hätten sich vier weitere Frauen gemeldet, die von Schwarzenegger belästigt worden seien. Eine 51-Jährige berichtete von einem Vorfall vor drei Jahren in einem Filmstudio, drei andere erzählten, der Schauspieler sei in einem Fitness-Studio Mitte der 80er Jahre, in einer Bar Ende der 70er Jahre und während der Dreharbeiten zu dem Film "Predator" 1986 zudringlich geworden. Schwarzeneggers Sprecher Sean Walsh wies die Vorwürfe zurück.

Verjährungsfristen abgelaufen

Der kalifornische Justizminister Bill Lockyer sagte, Schwarzenegger soll sich freiwillig einer Ermittlung unterziehen, egal, ob er die Wahl gewinne oder nicht. Er verwies jedoch darauf, dass die Verjährungsfrist von einem Jahr für die Vorwürfe bereits abgelaufen sei.

Eine der mutmaßlich belästigten Frauen zeigte sich enttäuscht über die Reaktion Schwarzeneggers. "Er weicht jeder Schuld aus", sagte Colette Brooks. Sie hatte erklärt, der Schauspieler habe sie Anfang der 80er Jahre an den Po gefasst, als sie als Praktikantin bei CNN beschäftigt gewesen sei.

Arnolds Vorsprung wird geringer

Die kalifornischen Wähler entscheiden am Dienstag über eine Abwahl Davis’ und über seinen wahrscheinlichen Nachfolger. Nach einer Umfrage vom Samstagabend ging die Zustimmung für die Abwahl zurück, lag jedoch immer noch bei 54 Prozent. Die Zahl derer, die definitiv für die Abwahl stimmen wollten, lag bei 44 Prozent; am Mittwoch waren es noch 52 Prozent gewesen. Die Umfragen deuteten auch auf einen dahinschmelzenden Vorsprung Schwarzeneggers. Für ihn sprachen sich 36 Prozent der Befragten aus, 29 Prozent wollten für den demokratischen Kandidaten und derzeitigen Vizegouverneur Cruz Bustamante stimmen. Zuvor hatte der Vorsprung Schwarzeneggers noch zehn Prozentpunkte betragen.

DPA

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