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Anschlag von Charlottesville Mutmaßlicher Fahrer des Wagens "hatte eine Vorliebe für Adolf Hitler"

Charlottesville, Virginia: James Alex Fields soll mit dem Dodge Challenger in eine Gruppe Demonstranten gerast sein
Charlottesville, Virginia: James Alex Fields soll mit dem Dodge Challenger in eine Gruppe Demonstranten gerast sein. Eine Frau starb
Bei dem Angriff mit einem Auto auf eine Demonstranten-Gruppe in Charlottesville saß den Ermittlungen zufolge James Alex Fields am Steuer. Ein Mann, knapp 20, mit offenbar ausgeprägter Begeisterung für Adolf Hitler.

James Alex Fields Jr. ist aktuellen Ermittlungen zufolge jener Mann, der bei der rechtsextremen Demonstration in der Kleinstadt in Virgina den Wagen in eine Gruppe von Gegendemonstranten lenkte. Mindestens 19 Personen wurden verletzt, eine starb: Heather Heyer, 32 Jahre alt.

"Ich bin stolz auf das, was sie getan hat", sagt die Mutter Stunden nach dem Tod ihrer Tochter der "Huffington Post". Heather habe ein besonders ausgeprägtes Gerechtigkeitsbewusstsein besessen, habe schon immer richtig und falsch unterscheiden können, auch als Kind. Sie habe immer helfen wollen, Heather, die Anwaltsassistentin aus Charlottesville. Für sie sei es keine Frage gewesen, was zu tun sei, als Rechtsextreme den "Unite the Right"-Marsch in der Stadt ankündigten. Heather Heyer ging hin, war dagegen - und wurde dabei getötet. "Irgendwie fühlt es sich so an, als sei sie dafür geboren worden", sagt ihre Mutter. "Was sie getan hat, war friedlich. Sie war nicht da, um zu kämpfen."

Heather, sagt ihr Arbeitgeber der "New York Times", sei eine starke Frau gewesen, sie habe sich stets gegen jede Art von Diskriminierung eingesetzt. Manchmal, wenn sie im Internet auf Ungerechtigkeiten gestoßen sei, habe sie vor ihrem Computer zu weinen begonnen. Und einmal, als sich ein Date seltsam über ihn, Heathers dunkelhäutigen Arbeitgeber, geäußert habe, sei der Mann von ihr kurzerhand abserviert worden.

James Fields legte für die Demo 860 Kilometer zurück

James Alex Fields wuchs US-Medien zufolge im Norden von Kentucky ohne Vater auf. Seit einiger Zeit habe der 20-Jährige in einer kleinen Stadt im Norden von Ohio gelebt, in Maumee, etwa 15.000 Einwohner. Von dort nach Charlottesville sind es mehr als 860 Kilometer. In Charlottesville setzte Fields sich am frühen Samstagnachmittag offenbar in seinen dunkelgrauen Dodge Challenger, drückte aufs Gaspedal und raste in eine Gruppe von Gegendemonstranten. Kurz darauf nahm ihn die Polizei fest.

Seine Mutter sagt der Lokalzeitung "Toledo Blade", sie habe gewusst, dass ihr Sohn zu einer Demonstration wollte, da er ihr geschrieben habe, er habe seine Katze bei ihr abgegeben. Über seine politischen Ansichten spreche sie mit ihrem Sohn jedoch nicht. "Albright? Alt-Right?", fragt sie bei den Reportern nach. "Ich dachte, das hat etwas mit Trump zu tun." Als ihr die Journalisten sagen, dass ihr Sohn in Haft sitze, sei die Mutter in Tränen ausgebrochen. "Er hatte einen afroamerikanischen Freund", sagte sie demnach noch.

Charlottesville-Verdächtiger: "Vorliebe für Adolf Hitler"

Fields habe bereits als Schüler "ausländerfeindliche, sehr radikale Überzeugungen" geäußert, sagt Derek Weimer. Weimer war Geschichtslehrer an jener High School in Kentucky, die der junge James Alex Fields laut einem CNN-Bericht besuchte. "Viele Jungs interessieren sich für die Deutschen und die Nazis, weil sie der Zweite Weltkrieg interessiert", zitiert der "Cincinnati Enquirer" den Lehrer. Doch Fields Interesse sei von anderer Qualität gewesen: Der Junge sei intelligent gewesen, habe seine Thesen mit Argumenten unterfüttern können. Und: "Er war von diesem Suprematisten-Ding wirklich überzeugt. Er hatte eine Vorliebe für Adolf Hitler", so Fields ehemaliger Lehrer zu CNN. Als er von dem Vorfall in Charlottesville gehört habe, habe er nur eines gedacht: "Ich habe versagt. Wir haben alle versagt."

Wie amerikanische Medien berichten, war Fields nach der Schule einige Monate beim US-Militär. Wenige Stunden bevor er am Samstag seinen Wagen in die Menge in Charlottesville steuern sollte, war der 20-Jährige zunächst noch zu Fuß in der Stadt unterwegs: Er habe ein Schild getragen, berichtet die "New York Times", darauf ein Symbol der "Alt-Right"-Bewegung.

Aktuell sitzt James Alex Fields in einem Gefängnis in Virginia, ihm wird unter anderem Totschlag vorgeworfen. Laut CNN wird ein Richter am Montag entscheiden, ob der junge Mann gegen Kaution freikommt.

pg

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