China Peking und Taiwan wollen Versöhnung


Nach der Wahl des chinafreundlichen Präsidenten Ma Ying Yeou nähern sich Taiwan und China zum ersten Mal seit 18 Jahren aneinander an. Das Wahlergebnis sei eine "seltene und wichtige Gelegenheit". Auf einen klaren Unabhängigkeitskurs konnten sich beide Seiten jedoch bisher nicht einigen.

Zwei Tage nach der Amtsübernahme des neuen, china-freundlicheren Präsidenten in Taiwan hat die Regierung in Peking Willen zur Versöhnung signalisiert. China respektiere den Wunsch der taiwanischen Landsleute, Herr über ihr eigenes Schicksal zu sein, sagte Chinas Taiwan-Minister Chen Yunlin der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge. Mit Taiwans neuem Präsidenten Ma Ying Yeou biete sich für beide Länder eine "seltene und wichtige Gelegenheit" zum Dialog. So sehe China "bedeutende positive Veränderungen" in den Beziehungen zu Taiwan. Die friedliche Entwicklung entlang der Taiwanstraße sei der gemeinsame Wunsch der Menschen auf dem chinesischen Festland und in Taiwan, sagte Yunlin. Chens Äußerungen waren die erste Reaktion Chinas auf die Antrittsrede Mas, der sich seinerseits zum Dialog bereiterklärt hatte.

Der Austausch verschiedener gesellschaftlicher Gruppen aus China und Taiwan sollte verstärkt werden, sagte der Pekinger Minister Chen Yunlin weiter. Gleichzeitig forderte er von Unabhängigkeitskräften in Taiwan, auf den "richtigen Weg" zurückzukehren. Ma bekräftigte den Anspruch auf eine eigene Regierung Taiwans.

Keine Verhandlungen mehr seit 1990

Beide Seiten bemühten sich aktiv um eine Wiederaufnahme von Verhandlungen. China und Taiwan haben seit 1990 offiziell nicht mehr miteinander geredet. Mas Vorgänger Chen Shui Bian schlug einen klaren Unabhängigkeitskurs ein, der das Verhältnis belastete.

Die Regierung in Peking betrachtet Taiwan seit 1949 als abtrünnig. Damals hatten sich die Nationalisten von Chiang Kai-Shek nach ihrer Niederlage gegen Mao Zedongs Rote Armee auf die Insel vor dem chinesischen Festland geflüchtet.

Reuters/DPA DPA Reuters

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