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CIA-Millionen für Atomforscher Schahram Amiri ist zurück im Iran


Das diplomatische Verwirrspiel um einen iranischen Atomforscher geht weiter. Der am Donnerstag nach Teheran heimgekehrte Wissenschaftler Sharam Amiri habe vom US-Geheimdienst CIA fünf Millionen Dollar für Informationen über das iranische Atomprogramm erhalten, berichtete die US-Zeitung "Washington Post".

Unmittelbar nach seiner Rückkehr in die Heimat hat der iranische Atomforscher Schahram Amiri schwere Vorwürfe gegen die USA erhoben. Der Geheimdienst CIA habe ihn verschleppt und gezwungen, Lügen über das Atomprogramm der Islamischen Republik zu verbreiten, sagte der von Frau und Sohn begleitete Amiri am Donnerstag vor Journalisten in Teheran. An seinen Vernehmungen seien auch Agenten des israelischen Geheimdienstes beteiligt gewesen. Die USA wiesen die Vorwürfe zurück und erklärten, Amiri habe sich aus freiwillig ihre Obhut gegeben.

"Die USA wollten von mir die Aussage, dass ich aus freien Stücken nach Amerika geflohen bin", sagte Amiri. Er habe Desinformation über das iranische Atomprogramm weitergeben sollen. "Ich stand unter schwerem psychologischen Druck der CIA." Amiri wies zugleich Vermutungen zurück, er sei aus Angst um seine Familie in den Iran zurückgekehrt. "Meine Familie hatte keine Probleme", sagte der Wissenschaftler und präsentierte den Journalisten seinen sieben Jahre alten Sohn.

Der Iran wirf der CIA vor, Amiri vor einem Jahr entführt zu haben, als er sich auf einer Pilgerreise in Saudi-Arabien befand. Er tauchte am Montag in dem für Iran zuständigen Teil der pakistanischen Botschaft in Washington auf. Die USA haben die Vorwürfe zurückgewiesen. Ihrer Darstellung nach lebte der Mann freiwillig in den USA. Gleichzeitig war Amiri nach US-Angaben sehr nützlich für die USA. "Wir haben nützliche Informationen von ihm erhalten, und die Iraner haben Amiri bekommen. Sagen Sie selbst, wer das bessere Geschäft gemacht hat", sagte unlängst eine Person, die namentlich nicht genannt werden wollte. Nach einem Bericht der "Washington Post" erhielt der Wissenschaftler für Informationen über das iranische Atomprogramm mehr als fünf Millionen Dollar.

Die Weltgemeinschaft verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der Stromerzeugung heimlich an Atomwaffen zu arbeiten und hat Sanktionen gegen das Land verhängt. Die Führung in Teheran bestreitet die Vorwürfe.

Reuters/DPA DPA Reuters

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