Krisendiplomatie
Trump und Putin telefonieren eine Stunde über den Irankrieg

Archivbilder von US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin beim Telefonieren
Trump und Putin telefonieren wieder miteinander – inzwischen führen beide völkerrechtswidrige Kriege
© Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP / DPA
US-Präsident Trump und Kremlchef Putin sprechen über den Krieg in der Ukraine und im Iran. Putin wolle hilfreich sein, erkennt Trump an – und gibt einen Ratschlag, wie das möglich wäre.

Wenn US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin ein vertrauliches Telefonat über die Weltlage führen, ist es reine Spekulation, was sie wirklich besprochen haben. Denn beide haben ein sehr instrumentelles Verhältnis zur Wahrheit. Trotzdem ist so ein Gespräch wichtig genug, um wenigstens abzubilden, wie die beiden das Gespräch nun darstellen.

Man habe über die Kriege im Iran und der Ukraine gesprochen, heißt es von russischer Seite. Das Telefonat habe eine Stunde gedauert und sei sachlich, offen und konstruktiv gewesen, teilte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow mit in einem vom Kreml veröffentlichten Kommentar. Trump habe angerufen. Putin habe Überlegungen für eine baldige politisch-diplomatische Lösung für den Iran-Krieg geäußert unter Berücksichtigung der Kontakte zu den Führungen der Golfstaaten, dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian und weiterer Staaten, heißt es weiter von russischer Seite.

Trump will sich gegenüber Putin für die Ukraine eingesetzt haben

Trump erklärt wenig später über das Telefonat, Putin wolle im Krieg mit dem Iran hilfreich sein. „Ich sagte, du könntest noch hilfreicher sein, wenn du die Ukraine in Ordnung bringst.“ Zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Putin herrsche enormer Hass, ergänzt Trump. Doch es sei ein sehr gutes Gespräch mit Putin gewesen.

Nach Kremlangaben bewertet Russland die Vermittlungsbemühungen von Trump und seinem Team in dem Telefonat positiv und gab eine Beurteilung der derzeitigen Lage an der Front ab. Russland rücke dort „äußerst erfolgreich“ vor, behauptet Uschakow. Laut unabhängigen Beobachtern arbeitet sich die russische Armee in dem seit mehr als vier Jahren andauernden Angriffskrieg allerdings nur langsam vor und erleidet hohe Verluste.

Die USA saßen zuletzt als Vermittler bei direkten Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien Russland und der Ukraine mit am Tisch. Der Iran-Krieg verzögert derzeit eine neue Gesprächsrunde.

In dem Telefonat sei es vor dem Hintergrund der Lage auf dem Ölmarkt auch um Venezuela gegangen, sagt Uschakow. Anfang des Jahres haben die USA Venezuela angegriffen und den autoritären Machthaber Maduro gefangengenommen. Seit dem Beginn von Trumps zweiter Amtszeit im Weißen Haus haben er und Putin immer wieder miteinander telefoniert.

 

stern-online
urb/dpa

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