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DJERBA: Verdächtiger in Tunesien festgenommen

Nach der Explosion auf Djerba, an dessen Folgen bisher elf Deutsche gestorben sind, ist es zu einer ersten Festnahme gekommen. Inzwischen gilt ein terroristischer Hintergrund als sicher.

Mehrere Täter

Innenminister Otto Schily (SPD) bestätigte im »heute journal« des ZDF, dass es nach dem Anschlag auf der Insel Djerba zu einer ersten Festnahme gekommen ist. Nach Schilys Aussage war möglicherweise noch ein zweiter Täter beteiligt: »Es gibt einige Hypothesen über den Ablauf und wer den Anschlag begangen hat und wer womöglich noch beteiligt war; das bezieht sich zunächst einmal auf zwei Personen die sich in Tunesien befunden haben.« Weitere Angaben wollte Schily noch nicht machen.

Spuren auch in andere Länder

In den ARD »tagesthemen« sagte Schily, es gäbe auch Spuren in andere Länder. Darunter seien Frankreich, Kanada und Pakistan. Es gilt als sicher, dass der eigentliche Attentäter bei der Explosion ums Leben gekommen ist. Unklar ist weiterhin, ob es tatsächlich eine Verbindung zur Terrororganisation El-Kaida gibt. Schily schließt das nicht aus.

Kein Unfall, sondern Anschlag

Als ebenso sicher gilt inzwischen, dass die Explosion bei der Synagoge auf der Ferieninsel Djerba kein Unfall, sondern ein Anschlag war. »Die Tatsache, dass jetzt Gewissheit darüber herrscht, dass es sich um einen verbrecherischen terroristischen Akt handelt, beruht auf Sachbeweisen«, sagte Schily. Untersuchungen haben ergeben, wie der explodierte Behälter an dem Fahrzeug angebracht war, sowie die verwendete Substanz und die Art der Auslösung der Explosion.

Zusammenarbeit mit Tunesien

In Tunis wurde weiterhin vereinbart, eine Arbeitsgruppe aus tunesischen und deutschen Kriminalbeamten zu bilden, um ihre Erkenntnisse auszutauschen. Schily sprach von einer mittlerweile »sehr vertrauensvollen Zusammenarbeit«, nachdem es anfangs »ein gewisses Zögern« gegeben habe. Bei der Explosion eines Gastankwagens vor der Synagoge von Djerba waren 16 Menschen ums Leben gekommen, darunter 11 deutsche Touristen. Mehrere Schwerverletzte schweben weiterhin in Lebensgefahr.

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