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USA Trump-Regierung erlaubt Bauunternehmer Trophäen-Import des bedrohten Spitzmaulnashorns

Ein Spitzmaulnashorn mit einem langen, geschwungenen Horn und einem kürzeren dahinter
Das Spitzmaulnashorn oder Schwarze Nashorn (Diceros bicornis) wird von der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) als "vom Aussterben bedroht" eingestuft (Symbolfoto)
© SeaTops / Picture Alliance
Ein Trophäenjäger aus Michigan, der 2018 in Namibia ein gefährdetes Spitzmaulnashorn erlegt hat, darf nun dessen Haut, Schädel und Hörner in die USA einführen. Er hatte für die Jagderlaubnis eine 360.000-Euro-Spende für Wildereibekämpfung gemacht.

Dem Trophäenjäger Chris Peyerk aus Michigan wird eine Erlaubnis ausgestellt, Haut, Schädel und Hörner eines von ihm erlegten Spitzmaulnashorns in die USA zu überführen. Er hatte im vergangenen Jahr beim Fish and Wildlife Service die Genehmigung angefordert, vom Aussterben bedrohte Tiere zu importieren. Um die Genehmigung zu erhalten, einen männlichen Nashornbullen im namibischen Nationalpark zu jagen, hatte Peyerk eine Spende über 400.000 US-Dollar, gut 360.000 Euro, für ein Programm zur Wildereibekämpfung gemacht.

Die Internationale Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) listet das Spitzmaulnashorn als stark gefährdete Spezies mit lediglich 5500 verbliebenen Exemplaren in freier Wildbahn. Nahezu die Hälfte der noch existierenden Spitzmaulnashörner leben in Namibia. Aufgrund eines internationalen Abkommens ist es dort legal, Jägern den Abschuss von fünf männlichen Tieren zu erlauben.

Fünf männliche Tiere dürfen pro Jahr getötet werden

Die Unterart, die Peyrek in seinem Antrag aufführt, das süd-westliche Spitzmaulnashorn, wird von der IUCN als gefährdet eingestuft. Das heißt, die Art ist weniger vom Aussterben bedroht als der Rest der gesamten Gattung. Peyerk ist Präsident der Firma Dan's Excavating Inc., einem großen Bauunternehmen in Michigan. Auf die Anfrage des "Independent" für einen Kommentar, hat Peyerk nicht reagiert.

Obwohl US-Präsident Donald Trump die Trophäenjagd in einem Tweet als "Horrorshow" bezeichnet hat, gehen seine erwachsenen Söhne regelmäßig auf Großwildjagd. Unter seiner Regierung wurden Restriktionen des Imports von Trophäen von gefährdeten Elefanten und Löwen aus der Obama-Ära aufgehoben.

Kritik an der Genehmigung

Die rund 360.000 Euro, die Peyerk dem namibischen Staat gezahlt hat, sollen für Wildbewirtschaftung, Erhaltung, ländliche Entwicklung und andere Bemühungen zur Koexistenz von Mensch und Natur eingesetzt werden. Die Humane Society kritisierte die Entscheidung, Peyerk die Einfuhr der Teile des Spitzmaulnashorns zu genehmigen: "Wir bitten die Regierung dringend darum, dieses Zahl-und-töte-Verfahren zu beenden, durch das reiche Amerikaner Trophäen der stark bedrohten Nashörner erhalten, während es einen vernichtenden Schlag für die Nashorn-Erhaltung bedeutet", zitiert der "Independent" Kitty Block, Leiterin von Humane Society der USA und Humane Society International. "Da wir die Uhr nicht zurückdrehen können, um dieses Tier zu retten, kann die Regierung die USA daran hindern, zum Untergang dieser Spezies beizutragen, indem sie künftige Anträge zum Import von Spitzmaulnashorn-Trophäen ablehnt."

Quelle: "Independent"

bal

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