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Schattenkampagne: Republikaner planen für die Präsidentschaftswahl 2020 ohne Trump

Nicht wenige Republikaner sind von Donald Trump längst schwer genervt. Wie die "New York Times" berichtet, bringen sich einige von ihnen deshalb bereits in Stellung, um den Parteigenossen 2020 als Präsidenten abzulösen.

Donald Trump

US-Präsident Donald Trump: So mancher Parteigenosse kann seinen Abschied vom Amt jetzt schon kaum erwarten

Dass die Arbeit von Donald Trump in der eigenen Partei durchaus kritisch gesehen wird, ist kein Geheimnis. Wie die "New York Times" berichtet, bringen sich einige Republikaner deshalb bereits für die Präsidentschaftswahl 2020 in Stellung. Sie sollen sich auf die Suche nach einflussreichen Geldgebern gemacht haben und kräftig mit der Schärfung ihrer Profile beschäftigt sein.

Insgesamt 75 Personen will die "New York Times" zu diesem Thema befragt haben: Parteimitglieder, Berater, Spender. Unter ihnen natürlich auch der prominenteste Trump-Kritiker John McCain: "Sie sehen eine Schwäche in diesem Präsidenten", kommentiert der Gouverneur von Arizona die ungewöhnliche Gegenbewegung zum amtierenden Präsidenten, die er mit der Gnadenlosigkeit des Politikbetriebes erklärt: "Es ist kein nettes Geschäft, in dem wir leben."

Mike Pence: Will er Trump-Nachfolger werden?

Normalerweise kandidiert ein US-Präsident nach Ende der ersten Legislaturperiode für eine zweite Amtszeit. Zudem hat Trump bislang nicht angedeutet, verzichten zu wollen. Offiziell signalisieren die Schattenkandidaten daher auch, dass sie nur antreten würden, falls Trump 2020 nicht zur Verfügung steht. Einzig John Kasich, Gouverneur von Ohio, hat bereits angekündigt, nochmals zu kandidieren, selbst wenn Trump eine zweite Amtszeit anstreben sollte.

So deutlich ist Vizepräsident Mike Pence in der Öffentlichkeit selbstverständlich noch nicht geworden. Aber unter den Parteigenossen wird bereits gescherzt: Pences Terminkalender sei bereits so voll, dass er sich nicht mehr wie ein Vizepräsident benehme, sondern wie einer, der sich für das Amt des US-Präsidenten warmlaufe. Sein Spendensammelkomitee könne bereits mit dem von Trump mithalten.

Laut dem Pennsylvania-Abgeordneten Charlie Dent werde Pence auch im Partei-Establishment als Option erstaunlich offen diskutiert - teilweise aus ideologischer Überzeugung, teilweise aus Genervtheit über das Chaos und die Inkompetenz von Donald Trump. Das Weiße Haus wollte nicht näher auf den Bericht eingehen und ließ lediglich über eine Sprecherin mitteilen: "Der Präsident ist so stark wie eh und je, und jeder ambitionierte Republikaner weiß das."

Trump selbst hatte Washington am Freitag für einen 17-tägigen Aufenthalt in seinem Golf-Club in Bedminster bei New York verlassen. Um einen Urlaub handele es sich dabei aber nicht, schrieb er am Samstag in einem Tweet. Er arbeite wegen Renovierungsarbeiten im Weißen Haus nun in Bedminster: "Das ist kein Urlaub." Er nehme weiterhin an Sitzungen teil und erledige Telefonanrufe.

Donald Trump: Dreimal so viel Freizeit wie Obama

Noch im Wahlkampf hatte Trump sich als künftigen Präsidenten bezeichnet, der keinen Urlaub und keine Auszeiten brauchen würde: "Ich würde das Weiße Haus kaum jemals verlassen." Seit seinem Amtsantritt im Januar hat er allerdings zahlreiche Wochenenden außerhalb Washingtons in dem Golf-Anwesen in Bedminster oder in seinem Privatclub Mar-a-Lago in Florida verbracht.

Laut einem Bericht der "Washington Post" wird Trump bis Ende August 53 freie Tage angesammelt haben - mehr als drei Mal so viele wie bei Barack Obama, der in den ersten Monaten bis zu diesem Zeitpunkt seiner Präsidentschaft auf 15 kam.

tim