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Streit um Gentest: "Erinnerungsprobleme, Donald Trump? Senatorin fordert vom US-Präsidenten eine Million Dollar

Weil Donald Trump ihre Abstammung von amerikanischen Ureinwohnern anzweifelte und sie als "Pocahontas" verspottete, hat die US-Senatorin Elizabeth Warren einen Gentest vorgelegt - und den Präsidenten aufgefordert, ein teures Versprechen einzulösen.

"Erinnerungsproblemen, Donald Trump?": US-Senatorin Elizabeth Warren

US-Präsident Donald Trump hatte sich über sie lustig gemacht, nun schlägt Elizabeth Warren zurück: Die Senatorin aus dem Bundesstaat Massachusetts hat Trump aufgefordert, ein Versprechen einzulösen und eine Million Dollar für wohltätige Zwecke zu zahlen. Hintergrund sind spöttische Aussagen des Präsidenten in denen er Angaben Warrens anzweifelte, wonach unter ihren Vorfahren amerikanische Ureinwohner seien.

Trump hatte bei einem Auftritt im Juli gelästert, sollte Warren 2020 für die oppositionellen Demokraten als Präsidentschaftskandidatin antreten, werde er sie zu einem DNA-Test auffordern. Er werde ihr dann sagen: "Ich werde Ihnen eine Million Dollar für ihre bevorzugte Wohltätigkeitsorganisation geben, bezahlt von Trump, wenn Sie den Test machen und er zeigt, dass Sie eine Indianerin sind." Die Aussagen des Präsidenten sind auf Video dokumentiert.

Donald Trump bestreitet Spenden-Versprechen

Warren veröffentlichte am Montag auf ihrer Webseite das Ergebnis eines DNA-Tests, wonach es "überzeugende Beweise" dafür gibt, dass einer ihrer Vorfahren vor sechs bis zehn Generationen ein amerikanischer Ureinwohner war. Anschließend forderte die Demokratin Trump dazu auf, einen Scheck über eine Million Dollar an das "National Indigenous Women's Resource Center" (NIWRC) zu schicken. Die Organisation setzt sich für den Schutz amerikanischer Ureinwohnerinnen und deren Kinder ein.

Der Präsident dementierte am Montag allerdings, dass er eine solche Spende angeboten hat. "Das habe ich nicht gesagt. Nein, hab ich nicht. Sie sollten es besser noch mal lesen", antwortete er auf die entsprechende Frage eines Reporters. Zum Ergebnis des DNA-Tests meinte der Republikaner: "Wen kümmert das? Wen kümmert das?"

Warren fragte Trump auf Twitter, ob er unter "Erinnerungsproblemen" leide. "Sollten wir einen Arzt rufen?", spottete die Senatorin und postete ein Video dazu, das die Aussage des Präsidenten belegt. Gleichzeitig forderte sie Trump dazu auf, nun seine Steuererklärungen zu veröffentlichen, was er verweigert, obwohl es seit mehr als 40 Jahren gängige Praxis in den USA ist.

Tritt Warren 2020 gegen Trump an?

Trump hat Warren wiederholt als "Pocahontas" verspottet - eine berühmte Ureinwohnerin aus dem 17. Jahrhundert - und behauptet, sie habe nur vorgegeben indianischer Abstammung zu sein, um ihre akademische Karriere voranzutreiben. Als Gegenbeweis veröffentlichte Warren zusammen mit ihren DNA-Ergebnissen Dokumente, Videos und schriftliche Stellungnahmen von Kollegen und Arbeitgebern in Harvard, die besagen, dass ihre Abstammung oder ihr familiärer Hintergrund keinen Einfluss auf ihre Anstellung gehabt habe.

Warren tritt bei den Zwischenwahlen am 6. November wieder für ihren Senatssitz in Massachusetts an. Sie gilt als Favoritin. Beobachter werten ihre jetzigen Veröffentlichungen als Vorbereitung einer Kandidatur für das Präsidentenamt in zwei Jahren. Bei einem Bürgergespräch im vergangenen Monat hatte Warren bereits enthüllt, dass sie ernsthaft mit dem Gedanken spiele, 2020 gegen Donald Trump anzutreten.

mad / DPA