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Social Media: Twitter beanstandet weiteren Trump-Tweet – und Google "versteckt" den Account

Der Kleinkrieg zwischen US-Internet-Unternehmen und Donald Trump geht in die nächste Runde. Twitter markierte erneut einen Tweet des US-Präsidenten als gewaltverherrlichend. Auffällig auch: Bei Google ist Trumps Twitter-Account schwerer zu finden.

Donald Trump - Tweet als gewaltverjerrlichend gekennzeichnet

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat erneut einen Tweet von US-Präsident Donald Trump mit einem Warnhinweis versehen. Der Tweet verstoße gegen die "Twitter-Regeln zu missbräuchlichem Verhalten", heißt es in dem üblichen Hinweis, hinter dem das Original-Posting verdeckt, aber wegen des "öffentlichen Interesses" noch vorhanden ist. Auch Google bemüht sich offenbar seit kurzem darum, dass Trump-Tweets schwerer aufzufinden sind.

Wer sich bisher mit der Eingabe "Twitter Donald Trump" auf die Suche nach dem stark frequentierten persönlichen Account des US-Präsidenten gemacht hatte, bekam "@realDonaldTrump" gleich als erstes Ergebnis angezeigt. Das hat sich geändert. Bei der gleichen Sucheingabe taucht als erstes Ergebnis nun der Präsidenten-Account "President Trump (@POTUS)" auf, der in erster Linie mit Retweets von Trump-Tweets und Nachrichten des Weißen Hauses bestückt wird. Danach folgen aktuelle Nachrichten über Trump, Videos und Bilder. Der Twitter-Account "@realDonaldTrump" taucht dagegen erst auf Seite 3 der Ergebnis-Anzeige auf. Erst die gezielte Suche "Twitter real Donald Trump" listet den Trump-Account ganz oben.

Erst auf Seite 3 der Google-Suche taucht seit einiger Zeit Donald Trumps Twitter-Account "@realDonaldTrump" auf.

Erst auf Seite 3 der Google-Suche taucht seit einiger Zeit Donald Trumps Twitter-Account "@realDonaldTrump" auf.

stern

Donald Trump: "Müssen mit 'massiver Gewalt' rechnen"

In dem beanstandeten Tweet hatte Trump per Kurznachricht Demonstranten in der Hauptstadt Washington gedroht, dass sie mit "massiver Gewalt" rechnen müssten, sollten sie versuchen, eine "autonome Zone" zu errichten. "Solange ich Ihr Präsident bin, wird es in Washington, D.C., niemals eine 'autonome Zone' geben", schrieb Trump. Der Tweet wurde von Twitter nicht nur markiert, sondern kann auch nur noch mit einem entsprechenden Kommentar weiterverbreitet werden. 

Am Montag hatten Demonstranten unweit des Weißen Hauses einige Barrikaden und Zelte aufgestellt und versucht, eine "autonome Zone" einzurichten, in der die Polizei keinen Zutritt hätte. In der Großstadt Seattle an der Westküste war dies Demonstranten gelungen, was Trump wiederholt scharf verurteilt hatte. 

Donald Trump vs. Twitter und Co.

Twitter ist seit Jahren die wichtigste Kommunikationsplattform des US-Präsidenten. Seit Ende Mai lässt Twitter Trump nicht mehr alles durchgehen und versah Tweets zuletzt unter anderem mit Hinweisen.

dho mit Nachrichtenagentur DPA