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Trump gegen Biden Nach dem TV-Duell fliegen im Netz die Fetzen – erste Umfragen zum Sieger

TV-Duell verpasst? Im Video sehen Sie die wichtigsten Szenen aus dem ersten TV-Duell zwischen Trump und Biden.


Fünf Wochen vor der Präsidentenwahl in den USA haben sich Amtsinhaber Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden erstmals einen direkten Schlagabtausch als Kandidaten geliefert. Wie vorgesehen, wurde angesichts der Corona-Pandemie auf einen Handschlag zum Auftakt des Duells in der Nacht zum Mittwoch verzichtet. Die in ihrem Verlauf häufig hitzig geführte Debatte war auf 90 Minuten angesetzt. Sie wurde von einem Millionenpublikum an den Fernsehschirmen und in den Online-Medien verfolgt. Die ersten Fragen drehten sich um die Besetzung des vakanten Richterpostens am Obersten Gerichtshof. Trump warb für die von ihm nominierte konservative Richterin Amy Coney Barrett. Die Republikaner säßen im Weißen Haus und "hätten den Senat". Daher hätten sie "das Recht, sie auszuwählen". Biden fordert, mit der Besetzung bis nach der Wahl zu warten. BIDEN: "Das amerikanische Volk hat ein Wörtchen mitzureden, wer Kandidat für den Gerichtshof wird, oder Senator oder Präsidenten der Vereinigten Staaten. Diese Chance wird es jetzt nicht bekommen, weil wir uns bereits mitten in einer Wahl befinden. Die Wahl hat bereits begonnen. Zehntausende von Menschen haben bereits gewählt." Dann wechselte das Thema auf die Corona-Pandemie. Biden warf Trump vor, "keinen Plan" zu haben. Der Demokrat rief den Präsidenten dazu auf, aus seinem "Bunker" und von seinem Golfkurs zu kommen und Leben zu retten. Trump entgegnete, China sei Schuld an dem Virus. Wenn man auf Biden gehört hätte, wären die USA "weit offen gewesen". Er aber habe das Land "geschlossen" und einen "großartigen Job" beim Umgang mit der Pandemie gemacht. Biden warf Trump vor, vollkommen unverantwortlich gewesen zu sein, zu lügen und im Angesicht der Pandemie in "Panik geraten" zu sein. Wiederholt fiel Trump Biden ins Wort und nannte ihn unter anderem "eine Katastrophe". Fox-News Moderator Chris Wallace hatte bisweilen große Mühe, die Kontrahenten aufzufordern, einander ausreden zu lassen. CHRIS WALLACE: "Ich denke, dem Land wäre besser gedient, wenn Sie beide mit weniger Unterbrechungen sprechen könnten. Ich appelliere an Sie." TRUMP: "Er dann aber auch." CHRIS WALLACE: "Ehrlich gesagt, nein Sir, weniger als Sie." Beim Thema Wirtschaft halten sich beide Kandidaten gegenseitig vor, der Konjunktur mehr geschadet als genutzt zu haben. BIDEN: "Die Menschen da draußen brauchen Hilfe. TRUMP: "Aber warum habt ihr Demokraten in den letzten 25 Jahren nichts gemacht?" BIDEN: "Weil Sie nicht Präsident waren, und alles vermasselt haben. Sie sind der schlechteste Präsident, den Amerika je hatte." TRUMP: "Joe, ich habe in 47 Monaten mehr getan, als Sie in 47 Jahren. Wir haben Dinge umgesetzt, an die ihr nie auch nur gedacht hättet, einschließlich der Reparatur des kaputten Militärs. CHRIS WALLACE: "Mr. President, wir reden hier über die Wirtschaft." Beim Thema Rassismus beschuldigt Biden Trump, nichts für die afroamerikanische Bevölkerung getan zu haben. Trump entgegnet, Biden habe Afroamerikaner schlecht behandelt. Außerdem wirft er ihm vor, nichts gegen die Unruhen während der Proteste gegen Rassismus und Polizeibrutalität getan zu haben. Für beide Kandidaten stand viel auf dem Spiel. Trump lag bis zuletzt in landesweiten Umfragen hinter Biden. Der ehemalige Vizepräsident wiederum musste die Gelegenheit nutzen, um einem breiten Publikum zu zeigen, dass er anders als von Trump behauptet trotz seines Alters geistig und körperlich in der Lage ist, die Geschicke des Landes in den kommenden Jahren zu lenken.
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US-Präsident Donald Trump und Herausforderer Joe Biden haben sich in ihrer ersten TV-Debatte ein wüstes Wortgefecht geliefert. Der Schlagabtausch geht im Netz weiter. Ersten Umfragen zufolge gibt es einen Sieger der Redeschlacht. 

Nach dem ersten Fernsehduell zwischen Donald Trump und Joe Biden fliegen nun im Netz die Fetzen. Die Reaktionen auf das wüste Wortgefecht des US-Präsidenten und seinem Herausforderer von den US-Demokraten fallen ähnlich chaotisch aus, beide Lager belegen sich gegenseitig mit Kritik und Schmähungen.

Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Charles "Chuck" Schumer, hat Trump vorgeworfen, sich nicht von Rassisten zu distanzieren. "Präsident Trump ist eine nationale Schande", so Schumer auf Twitter.

Kayleigh McEnany, Pressesprecherin des Weißen Hauses, erklärte den Präsidenten zum Sieger der Debatte. "Joe Biden wurde gerade gebremst!", schreibt sie auf Twitter. Der Kandidat der Demokraten sei "entlarvt" worden.

Alexandria Ocasio-Cortez, Demokratin im Repräsentantenhaus, sieht es nach der Debatte bestätigt, dass Trump ein Rassist sei ("Donald Trump is a white supremacist"). Viele hätten davor bereits gewarnt, so Ocasio-Cortez, seien aber nicht ernst genommen worden.

Der ehemalige US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, hat Biden "Lügen" vorgeworfen und den Demokraten für "persönliche Beleidigungen" auf Trump kritisiert. Sein Fazit: Trump hat Biden fertig gemacht ("Boom. Trump is owning Biden"). 

Auch die Kandidaten selbst geben sich nach der Debatte angriffslustig: Joe Biden stellt infrage, dass der Präsident auch nur "eine Sache" gesagt habe, die das Leben der Wählerinnen und Wähler besser machen würde.

Die Wählerinnen und Wähler hätten die Möglichkeit zu entscheiden, so Biden, wohin das Land in den nächsten vier Jahren steuere. "Wird es sich verändern – oder werden wir weitere vier Jahre diese Lügen hören?"

Donald Trump wähnte sich seiner ersten Reaktion zufolge offenbar in einem Duell zwischen Biden und dem Moderator des Fernsehduells, Chris Wallace von Fox News. Anhänger des Präsidenten werfen Wallace vor, sich während des Duells auf Bidens Seite geschlagen zu haben. 

Darüber hinaus verbreitete Trump entsprechende Tweets, die ihn zum Sieger der Debatte erklärten und seinen erneuten Wahlsieg prophezeien. So habe Trump die Präsidentschaft gewonnen, weil er eben kein Politiker sei, kommentierte ein Nutzer nach der TV-Debatte. "Er ist ein Kämpfer für die Amerikaner. Und deswegen wird er wieder gewinnen." 

CBS-Blitzumfrage: Zwei Drittel von Fernsehdebatte genervt

Die erste Fernsehdebatte vor der Präsidentschaftswahl in den USA hat eine große Mehrheit der Amerikaner vor allem als anstrengend empfunden. In einer Blitzumfrage des Senders CBS sah eine knappe Mehrheit den demokratischen Herausforderer Joe Bilden als Sieger im Schlagabtausch mit Präsident Donald Trump. Auch eine erste Umfrage des Senders CNN sieht Biden als Sieger des Rededuells. 

Befragt nach ihrem überwiegenden Gefühl beim Anschauen der Debatte antworteten in der CBS-Blitzumfrage mehr als zwei Drittel (69 Prozent), die Diskussion habe sie vor allem verärgert. Nur 31 Prozent fühlten sich davon unterhalten. In der Umfrage mit mehreren Antwortmöglichkeiten gaben zudem 19 Prozent an, sie seien nach der Sendung pessimistisch. Lediglich 17 Prozent erklärten, die Debatte sei für sie informativ gewesen. 

Den Ton der Diskussion, bei der vor allem der republikanische Amtsinhaber Trump seinem Herausforderer wiederholt ins Wort fiel, empfanden 83 Prozent der Befragten als negativ, nur 17 Prozent als positiv. Auf die Frage, wer die Debatte gewonnen hat, nannten 48 Prozent Biden und 41 Prozent Trump. Rund zehn Prozent bewerteten den Ausgang als unentschieden.

Sehen Sie im Video: Biden nennt Trump einen "Clown" – Twitter-User nehmen die Steilvorlage dankend an.

fs / Mit Material der Nachrichtenagentur DPA

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