VG-Wort Pixel

Ukraine-Affäre Gesprächsabschrift: Donald Trump hat von Selenskyj Ermittlungen zu Biden gefordert

US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald Trump hatte in Juli mit dem ukrainischen Präsidenten telefoniert
© Mandel Ngan / AFP
In der Ukraine-Affäre deutet die nun veröffentlichte Mitschrift des Telefonats zwischen Donald Trump und den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskyj darauf hin, dass der US-Präsident tatsächlich darum gebeten hat, gegen Joe Biden zu ermitteln.

US-Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskyi in einem Telefonat aufgefordert, im Fall Biden zu ermitteln. Dies geht aus dem vom Weißen Haus veröffentlichten Wortlaut des Gesprächs hervor. "Es wird viel über Bidens Sohn geredet, dass Biden die Ermittlungen gestoppt hat, und viele Leute wollen das genauer wissen", sagte Trump demnach. Er bat Selenskij, den ukrainischen Generalstaatsanwalt einzuschalten. "Was auch immer Sie tun können, es ist sehr wichtig, dass Sie es tun, wenn es möglich ist", so Trump.

Keine Vorwürfe gegen Sohn von Joe Biden 

Trump wird vorgeworfen, die Freigabe von US-Militärhilfen an die Ukraine an die Lieferung von belastendem Material über den Sohn des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Biden geknüpft zu haben. Hunter Biden arbeitete früher für ein ukrainisches Gasunternehmen. In der Firma soll es Fälle von Korruption gegeben haben, Hunter Biden wurden aber nie persönlich Vorwürfe gemacht.

Der zu dem Zeitpunkt frisch ins Amt gewählte Selenskij versicherte laut des Protokolls, den USA in der Angelegenheit sehr gerne helfen zu wollen. "Der nächste Generalstaatsanwalt wird hundertprozentig meine Person sein und vom Parlament abgesegnet werden und im September anfangen. Er oder sie wird sich die Situation dann anschauen", so Selenskyj laut der Mitschrift. Der bisherige Verdacht, Trump habe Militärhilfe für die Ukraine an dortige Ermittlungen geknüpft, wurde in dem Protokoll allerdings nicht bestätigt.

Donald Trump spricht von "Hexenjagd"

Der US-Präsident weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück und spricht weiter von einer "Hexenjagd". "Es gab keinen Druck", sagte Trump nach Veröffentlichung des Gesprächsprotokolls. Trump stellte sich erneut als Opfer dar: "Es ist die größte Hexenjagd in der amerikanischen Geschichte."

Trump warf den Medien vor, einen harmlosen Anruf zu einem "Anruf aus der Hölle" aufgeblasen zu haben. Wegen der Affäre haben die oppositionellen Demokraten eine offizielle parlamentarische Untersuchung zu einem möglichen Amtsenthebungsverfahren gegen Trump angekündigt.

nik/DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker