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US-Wahlkampf Trump hetzt gegen Gouverneurin: "Sperrt sie ein!"

Sehen Sie im Video: Joe Biden bringt Battlerap-Video im Wahlkampf – mit eindeutiger Botschaft.


Dass im US-Wahlkampf rhetorisch mit harten Bandagen gekämpft wird, ist kein Geheimnis.


Jetzt schalten sich zwei New Yorker Battlerapper in das Geschehen ein.


Die im Wortgefecht erprobten Hip-Hop-Musiker Charlie Clips und DNA treten in einem Wahlwerbespot des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden auf – jedoch nicht um schlagfertige Beleidigungen auszutauschen, sondern, um zu betonen, wie wichtig es ist, wählen zu gehen.


„Weißt du, warum ich nicht wählen gehe? Weil ich als schwarzer Mann das Gefühl habe, dass es keine Hoffnung gibt. Unser Präsident sagt Leuten, dass sie zurück nach China gehen sollen, er hält das Coronavirus für einen Witz. Und das ist der Teil, der mir Angst macht: Wenn du einen Präsidenten wählst, sollte es ein Knockout sein, aber warum macht mich diese Situation nicht zu Tyson? Wenn du die Antworten hast, die mich von diesem dunklen Pfad abbringen, erleuchte mich!“


„Biden hat einen Plan für Afroamerikaner, wir haben es hier nicht mit einem Durchschnittstypen zu tun. Ich sehe genau, wie du mich gerade ansiehst und du weißt, in welche Richtung das geht. Für vier Jahre hatten wir Trump im Amt und wir haben das Beste daraus gemacht, aber jetzt haben wir endlich jemanden, der im Amt sein könnte, der uns die Chance gi, Hausbesitzer zu werden.“


Biden postet das Video auf seinem Youtube-Kanal. Innerhalb weniger Tage wird der Clip mehr als 147.000 Mal aufgerufen.


Am Ende des rund vierminütigen Videos springt der verbitterte Nichtwähler Charlie Clips auf die in Reimform vorgetragenen Argumente seines Gegenübers an.


„Das Ziel ist es, Donald aus dem Amt zu bekommen und seine Kampagne zu übertrumpfen.“


„Weißt du, bevor du mich angerufen hast, hatte ich ehrlich gesagt keine Hoffnung, doch wenn Biden und Harris genau das machen, was du sagst, werde ich wählen gehen.“                                                                 
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Die Parolen sind nicht neu, aber bei den Fans von Donald Trump funktionieren sie so gut wie vor vier Jahren: Donald Trump macht bei einer Rede in Michigan mächtig Stimmung gegen die dortige Gouverneurin.

US-Präsident Donald Trump hat bei einem Wahlkampfauftritt im US-Bundesstaat Michigan Stimmung gegen die dortige Gouverneurin Gretchen Whitmer gemacht. "Ihr müsst eure Gouverneurin dazu bringen, euren Staat zu öffnen", rief Trump am Samstag seinen Anhängern in Muskegon zu und spielte damit auf Corona-Eindämmungsmaßnahmen an. Daraufhin skandierten seine Anhänger: "Sperrt sie ein!" Trumps sagte: "Sperrt sie alle ein."

Vergangene Woche hatten Ermittlungen der Bundespolizei FBI und des Justizministeriums in Michigan zur Festnahme von mehr als einem Dutzend Verdächtigen geführt, die unter anderem die Entführung von Gouverneurin Whitmer und den Sturm auf das Parlament in Lansing geplant haben sollen. "Ich glaube, sie sagten, sie wurde bedroht", sagte Trump, als die Rufe erneut aufbrandeten. "Und sie hat mir die Schuld gegeben!"

Whitmer über Trump: "Es muss aufhören!"

Whitmer hatte Trump vorgeworfen, in der Corona-Pandemie Wut angefacht zu haben. Trump hatte im Frühjahr Proteste gegen Whitmers Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus angeheizt und etwa auf Twitter "Befreit Michigan!" geschrieben. Am Samstag meldete sich Whitmer auf Trumps Äußerungen zu Wort. "Das ist genau die Rhetorik, die das Leben von mir, meiner Familie und anderer Regierungsbeamter in Gefahr gebracht hat. Es muss aufhören", schrieb sie auf Twitter.

Weniger als drei Wochen vor der Wahl hält Trump ungeachtet der anhaltenden Pandemie in besonders umkämpften Bundesstaaten Auftritte ab. Michigan erlebt derzeit einen dramatischen Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen. Am Freitag waren nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums mehr als 2000 nachgewiesen - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

Mit der Parole "Sperrt sie ein!" hatten Trump-Unterstützer im Wahlkampf vor vier Jahren dessen Herausforderin Hillary Clinton bedacht.

tim DPA

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