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Besuch bei Opfern von Dayton und El Paso: Dieses Foto entlarvt Donald Trumps Scheinheiligkeit

US-Präsident Donald Trump hat Überlebende der Massaker in El Paso und Dayton besucht. Die Medien hielt er dabei auf Abstand. Die Begründung dafür ist eine Farce, wie er selbst beweist.

US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania besuchen ein Opfer des Massakers in Dayton, Ohio

"Say cheeese!": US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania posieren mit einem Opfer des Massakers vom 4. August im Miami Valley Hospital in Dayton, Ohio

Nach den Massakern in El Paso und Dayton mit mehr als 30 Toten ist Donald Trump in die beiden Städte gereist, und hat dort mit Überlebenden, Rettungskräften und Polizisten gesprochen. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Melania besuchte er auch Verletzte in je einem Krankenhaus in El Paso und Dayton. Medienvertreter waren bei diesen Treffen nicht zugelassen.

Donald Trump wollte keinen "Fotoshooting-Termin"

Angehörigen des Pressekorps sei von der Trump-Administration mitgeteilt worden, dass sie keinen Zugang zum Präsidenten erhalten würden, während er die Opfer und die Familien der Opfer im Krankenhaus besuche, berichtet die US-Nachrichtenseite "The Hill". Die Begründung des Weißen Hauses war laut dem "Los Angeles Times"-Korrespondenten Eli Stokols, dass der Präsident wollte, dass es bei der Veranstaltung "um die Opfer" gehe und sie kein "Termin für ein Fotoshooting" sein solle.

Tatsächlich hat die Regierung aber genau das aus dem Trump-Besuch gemacht: Nur wenige Stunden nach der Reise des Präsidenten veröffentlichte das Weiße Haus ein selbst produziertes Video und Fotos der Veranstaltungen. Darin zu sehen: Ein wahlweise ernsthaft ins Gespräch vertiefter oder breit grinsender Donald Trump mit scheinbar wohlgesonnenen Krankenhausmitarbeitern, Sicherheitskräften und Opfern.

Donald Trump besucht El Paso – Welle des Protests schlägt ihm entgegen

Besonders heraus sticht dabei ein Bild, das den Präsidenten und die First Lady mit einem bei den Attentaten verletzten Mädchen im Miami Valley Hospital in Dayton zeigt. Das vom Weißen Haus geschossene und veröffentlichte Foto wirkt extrem gestellt und symbolisiert genau das, was Trump angeblich vermeiden wollte: ein Fotoshooting - mit einem Opfer als Kulisse. Die Aufnahme löste auch in den sozialen Netzwerken Empörung aus. Mehrere Nutzer stießen sich an der Art und Weise, wie Donald und Melania Trump mit Opfern posierten.

Trump twittert von "Liebe und Begeisterung"

Auch seinen angeblichen Wunsch, dass es bei den Besuchen in El Paso und Dayton um die Opfer gehen solle, führten Trump und seine Mitarbeiter selbst ad absurdum: "Die Fake News haben Überstunden gemacht, um mich und die beiden Besuche zu verunglimpfen, aber es hat nicht funktioniert", twitterte der 73-Jährige nach seiner Reise über sich selbst. "Die Liebe, der Respekt und die Begeisterung waren für alle sichtbar."

Noch weniger schienen Trumps Social-Media-Direktor Dan Scavino die Opfer zu interessieren. Nach dem Besuch im Miami Valley Hospital machte er via Twitter klar, worum es dabei offenbar einzig und allein gegangen war: "Der Präsident wurde im Krankenhaus wie ein Rockstar behandelt, das wurde alles auf Video festgehalten", schrieb der Medienexperte. "Sie alle liebten es, ihren großartigen Präsidenten zu sehen!"

Scavino kann das relativ gefahrlos behaupten, egal ob es stimmt oder nicht. Unabhängige Journalisten waren bei dem Treffen ja nicht zugelassen.