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Wisconsin, Pennsylvania, Michigan: Trump sauer über Neuauszählung: "Schwindel von Grünen und Demokraten"

Ein Grünen-Politikerin sammelt Spenden, um in drei US-Bundesstaaten neu auszuzählen. Die Demokraten unterstützen das Vorgehen. Und Donald Trump? Der beschwert sich auf Twitter über den "Schwindel".

Der designierte nächste Präsident der USA, Donald Trump, auf einer Wahlkampfveranstaltung im Oktober 2016

Die avisierten Neuauszählungen hat Donald Trump scharf kritisiert

Donald Trump beschwert sich über die avisierten Neuauszählungen nach seinem Triumph bei des US-Wahl. Auf Twitter machte er seinem Unmut mit deutlichen Worten Luft: "Beim Schwindel der Grünen Partei, die sich mit ihrer Spendenaktion für unmögliche Neuauszählungen nur die eigenen Taschen füllen wollen, machen nun auch die schlimm geschlagenen und demoralisierten Demokraten mit", schrieb der designierte 45. Präsident der USA in dem Kurznachrichtendienst. Kurz darauf legte er nach: "Als sie noch zu unrecht glaubten, dass sie gewinnen würden, mahnten die Demokraten noch, das Wahlergebnis anzuerkennen. Jetzt nicht mehr!"

Zuvor hatte das Team um die unterlegene Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton angekündigt sich an der Initiative der Grünen-Kandidatin Jill Stein zu beteiligen. Wenn außer im Bundesstaat Wisconsin auch in Pennsylvania und Michigan nachgezählt werde, seien sie auch dort mit dabei, erklärte ein Anwalt von Clintons Team am Samstag. 

Sie hätten keine Beweise für "Hackerangriffe oder Versuche von außen, die Abstimmungstechnologie zu beeinflussen" gefunden und deshalb selbst auch keine Neuauszählungen gefordert, erklärte der Anwalt Mark Erik Elias, der für Clintons Wahlkampfteam arbeitete, auf der Website Medium.com. Nun aber wolle sich Clintons Lager der Initiative anschließen, "um sicherzustellen, dass das Verfahren auf eine für alle Seiten faire Weise abläuft."

Knapp 5 der erforderlichen 7 Mio. US-Dollar beisammen

Clintons Team reagierte damit auf den Antrag der Grünen-Präsidentschaftskandidatin Stein auf eine Neuauszählung der Stimmen in Wisconsin. Die Wahlkommission des Bundesstaates hatte am Freitag mitgeteilt, sie habe bereits mit den Vorbereitungen für die Nachzählung begonnen. Die Nachzählung muss demnach bis spätestens 13. Dezember abgeschlossen sein.

Von den für die Nachzählungen in allen drei Bundesstaaten erforderlichen sieben Millionen Dollar hat Stein nach eigenen Angaben 4,8 Millionen per Crowdfunding gesammelt. Die restliche Summe will sie bis Mittwoch einsammeln. Am Montag endet die Antragsfrist in Pennsylvania, zwei Tage später in Michigan.

Obwohl Experten Steins Initiative kaum Chancen einräumen, dürfte sie die Debatte um die Legitimität von Trumps Sieg weiter anheizen. In Wisconsin hat Trump einen Vorsprung von 27.000 Stimmen vor Clinton und in Pennsylvania von 60.000 Stimmen. In Michigan liegt der Vorsprung sogar bei nur 10.704 Stimmen. Laut Experten waren die Wahlcomputer in einigen Bundesstaaten anfällig für Hackerangriffe.

Donald Trump hat weniger Stimmen bekommen

Landesweit holte Clinton zwei Millionen Stimmen mehr als Trump. Wegen des komplexen Wahlsystems verlor sie dennoch - denn der US-Präsident wird nicht direkt von den Wählern bestimmt, sondern von einem Wahlkollegium, dessen Zusammensetzung von den Ergebnissen in den einzelnen Bundesstaaten abhängt.

fin / AFP