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Statement in Ukraine-Affäre: Trump forderte laut Bericht Gefallen von Justizminister Barr – doch der weigerte sich

Donald Trump soll seinen Justizminister William Barr dazu aufgefordert haben, ihn in der Ukraine-Affäre zu entlasten. Barr weigerte sich aber, dem Willen des Präsidenten nachzukommen. Das berichtet die "Washington Post".

Justizminister William Barr und US-Präsident Donald Trump vor dem Weißen Haus

Justizminister William Barr und US-Präsident Donald Trump vor dem Weißen Haus

AFP

Für Donald Trump könnte das Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj weitreichende Folgen haben. Dem US-Präsidenten wird Amtsmissbrauch vorgeworfen, ein Amtsenthebungsverfahren droht. Nun kommen weitere Details der Ukraine-Affäre ans Licht. Wie die "Washington Post" unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, hat Trump seinen Justizminister und Generalbundesanwalt William Barr dazu aufgefordert, ihn in der Sache zu entlasten. Dem Bericht zufolge sollte Barr eine Pressekonferenz einberufen, um öffentlich zu bestätigen, dass das Telefonat keine Gesetze verletzt habe.

Der 69-jährige Barr habe sich geweigert, der Forderung des Präsidenten nachzukommen. Trump habe Vertrauten später von der Weigerung des Ministers berichtet.

Trumps Anfrage bei Barr soll sich laut "Washington Post" zu einem Zeitpunkt rund um die Veröffentlichung einer Abschrift des Anrufs durch das Weiße Haus am 25. September zugetragen haben. Das Justizministerium hat sich auf Anfragen mehrerer US-Medien bisher nicht zu dem Bericht geäußert.

Justizministerium hat Donald Trump entlastet

Doch auch ohne die geforderte Pressekonferenz hatte das Justizministerium den Präsidenten bereits entlastet. Zeitgleich mit der Veröffentlichung des Telefon-Protokolls gab das Ministerium öffentlich bekannt, dass die Strafverfolgungsbehörden kein Fehlverhalten des Präsidenten feststellen konnten – zumindest was das Wahlkampffinanzierungsgesetz betrifft.

Nach der jüngsten Veröffentlichung meldete sich Trump auf Twitter zu Wort und bezeichnete den Bericht als "vollkommen falsch und nur eine weitere FAKE NEWS Geschichte mit anonymen Quellen, die nicht existieren". Die Medien bezeichnete Trump als "Feinde des Volkes", die "Überstunden mit erfundenen Geschichten machen, um Zwietracht und Misstrauen zu verbreiten".

Trotz der Bemühungen, die Angelegenheit als abgeschlossen zu erklären, steht die Ukraine-Affäre und die Rolle von Rudy Giuliani, Trumps persönlichem Anwalt, weiterhin im Mittelpunkt einer Untersuchung. Barr und Trump sollen weiterhin ein gutes Verhältnis haben, wie die "Washington Post" berichtet. "Meiner Meinung nach hat sich Barr kein bisschen verändert. Er hatte von Anfang an eine gesunde Distanz", sagte eine der Regierung nahestehende Person der Zeitung. "Er kennt die Parameter der Beziehung zwischen dem Präsidenten und dem Generalbundesanwalt."

Quellen: "Washington Post"; "CNN"; Twitter

vit