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Dritter Atomtest Nordkorea zündet die Bombe


Nordkorea testet die Atombombe - zum dritten Mal. Das Regime in Pjöngjang macht damit eine Drohung wahr. US-Präsident Obama verurteilt den Test und kündigt eine internationale Reaktion an.

Die Führung Nordkoreas hat ihre Drohung wahrgemacht und ungeachtet aller Warnungen einen neuen Atomwaffentest unternommen. Der Test sei unterirdisch erfolgt und diene dem "Schutz unserer nationalen Sicherheit und Souveränität", teilte am Dienstag die amtliche Nachrichtenagentur KCNA mit. Nach Erkenntnissen der südkoreanischen Regierung hatte die Explosion eine Sprengkraft von sechs bis sieben Kilotonnen.

Erdbebenwarten verschiedener Länder registrierten am Dienstag kurz vor 4 Uhr MEZ zunächst ein "künstliches Erdbeben" im Nordosten Nordkoreas, wo das Testgelände Punggye Ri liegt. Während allgemein bereits von einem neuen Atomtest ausgegangen wurde, hüllte sich Pjöngjang zunächst in Schweigen. Erst mehr als zwei Stunden nach dem Test bestätigte KCNA diesen und teilte mit: "Der Atomtest wurde als Teil von Maßnahmen zum Schutz unserer nationalen Sicherheit und Souveränität vollzogen." Diese würden vor allem von den USA bedroht.

Obama spricht von Provokation

US-Präsident Barack Obama verurteilte den "provokativen" Atomwaffentest Nordkoreas. Auf den Test müsse es "rasch" eine "glaubwürdige" internationale Reaktion geben, forderte Obama in einer in Washington verbreiteten Erklärung. Nordkorea werde "durch solche Provokationen nicht sicherer".

Obama warnte die Führung in Pjöngjang. Anstelle des erklärten Ziels, eine "starke und wohlhabende Nation" zu werden, habe sich Nordkorea "zunehmend isoliert" und seine Bevölkerung "verarmt", indem es nach Massenvernichtungswaffen strebe, fügte Obama hinzu. Die Regierung in Washington werde "die erforderlichen Schritte" unternehmen, um die USA und ihre Verbündeten zu verteidigen.

Es war der dritte Atomtest Nordkoreas. Zuvor hatte das kommunistische Land bereits 2006 und 2009 Atomtests vorgenommen, die jeweils UN-Sanktionen nach sich zogen. Jetzt drohen dem international isolierten Land neue Strafen. In New York wurde nach Angaben von Diplomaten eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates einberufen, die um 15.00 Uhr beginnen sollte. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Test auf das Schärfste und bezeichnete ihn über seinen Sprecher als "klaren und schweren Verstoß" gegen UN-Resolutionen.

Der Sicherheitsrat hatte erst im Januar neue Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt, nachdem das Land im Dezember eine Langstreckenrakete getestet hatte. Nur zwei Tage nach den neuen Sanktionen kündigte Nordkorea einen neuen Atomwaffentest an, ohne jedoch ein Datum zu nennen. Experten vermuteten daraufhin, dass der Test womöglich im Vorfeld des Geburtstages des verstorbenen Ex-Machthabers Kim Jong Il am 16. Februar stattfinde.

Die russische Regierung verurteilte den nordkoreanischen Atomtest. "Wir verurteilen dieses Vorgehen Nordkoreas und sehen darin, zusammen mit dem kürzlich erfolgten Start einer ballistischen Rakete, eine Verletzung der entsprechenden UN-Sicherheitsrats-Resolutionen", hieß es vom Außenministerium in Moskau. Das japanische Verteidigungsministerium kündigte an, mit Hilfe von Flugzeugen Luftproben nehmen zu wollen, um die durch den Atomwaffentest freigesetzte Radioaktivität zu messen.

anb/AFP AFP

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