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Ende der Eiszeit: Janukowitsch will "scharfe Wende" in der Beziehung zu Russland

Bei seinem ersten Moskau-Besuch nach seinem Amtsantritt vor einer Woche hat der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch ein Ende der Eiszeit in den Beziehungen zu Russland angekündigt.

Bei seinem ersten Moskau-Besuch nach seinem Amtsantritt vor einer Woche hat der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch ein Ende der Eiszeit in den Beziehungen zu Russland angekündigt. Sein russischer Kollege Dmitri Medwedew, der Janukowitschs prowestlichen Vorgänger Viktor Juschtschenko im vergangenen Jahr nicht empfangen wollte, signalisierte am Freitag Entgegenkommen: "Ich hoffe, dass die schwarze Serie in unseren Beziehungen nach Ihrer Ankunft und der Übernahme der Amtsgeschäfte vorbei ist", sagte er.

Janukowitsch kam allerdings auch mit dem erklärten Ziel nach Moskau, einen Preisnachlass für russisches Erdgas auszuhandeln. Seit Januar 2009, als Russland der Ukraine den Gashahn abdrehte und auch in EU-Staaten mitten im Winter die Heizungen ausgingen, zahlt Kiew den Weltmarktpreis.

Im Wahlkampf hatte Janukowitsch angedeutet, die Ukraine könnte Russland am Management ihres Pipeline-Systems beteiligen, wenn dafür der Gaspreis gesenkt wird. Die in Moskau erscheinende Zeitung "Iswestija" zitierte am Freitag den als künftigen ukrainischen Energieminister gehandelten Janukowitsch-Vertrauten Anatoli Kinach mit den Worten, gewünscht werde ein Abschlag um ein Drittel.

Beim Treffen mit Medwedew im Kreml sagte Janukowitsch, er wolle eine "scharfe Wende" in den Beziehungen beider Nachbarn, "die beiderseitige Ziele erreicht, von denen die Völker Russlands und der Ukraine geträumt haben".

Janukowitsch und seine Partei der Regionen treten für eine engere Anlehnung an Moskau ein als sein Vorgänger Viktor Juschtschenko und die am Mittwoch mit einem Misstrauensvotum abgesetzte Ministerpräsidentin Julia Timoschenko. Sie hatten Moskau mit dem Versuch einer engeren Anbindung an EU und NATO verärgert.

APN / APN