Entführte Franzosen Kein Widerstand sondern Terrorismus


35 Jahre ist Gaddafi nun Staatschef Libyens - und wie andere arabische Führer fordert er die Freilassung der beiden im Irak gefangenen französischen Geiseln. Diese Tat, so Gaddafi, sei Terrorimus und kein Widerstand.

Den weltweiten Aufrufen zur Freilassung der in Irak entführten Journalisten hat sich auch der libysche Revolutionsführer Muammar Gaddafi angeschlossen. In einer Rede zum 35. Jahrestag seines Staatsstreichs sagte er am Dienstagabend in Syrte, das Vorgehen der militanten irakischen Gruppe sei Terrorismus. Das Ultimatum der Kidnapper, die die Aufhebung des Kopftuchverbots an französischen Schulen verlangen, läuft nach Angaben der Arabischen Liga am Mittwochabend ab. Sie haben die Tötung ihrer Gefangenen angedroht, sollte die Regierung in Paris ihre Forderungen nicht erfüllen.

Frankreich bemüht sich fieberhaft um die Freilassung der Journalisten Christian Chesnot und Georges Malbrunot, will auf die Forderungen der Extremisten aber auf keinen Fall eingehen. Ein erstes Ultimatum war am Montagabend verstrichen. Auch ranghohe islamische Geistliche haben die Entführung verurteilt.

Kampf gegen den Terror ist selbst Terror geworden

Gaddafi, der bis zu einem kürzlich vollzogenen Politikwechsel von den USA der Unterstützung des internationalen Terrorismus bezichtigt wurde, sagte zu dem Geiseldrama: "Das ist Terrorismus, weil es sich gegen unschuldige und unbewaffnete Leute richtet. Wenn der Kampf gegen Besatzung legitim ist, dann fällt das nicht unter das Konzept von Widerstand." Den USA warf er vor, mit dem Krieg und der Besetzung Iraks den Kampf gegen den Terrorismus geschwächt zu haben. "Diese Besatzung hat den Terrorismus gesteigert und die Mittel zur Bekämpfung des Terrorismus sind selbst zum Terrorismus geworden", sagte er.

In Irak wurden bei Anschlägen und Angriffen am Dienstag und Mittwoch mehrere Menschen getötet. In Mossul starben drei beim US-Militär beschäftigte irakische Frauen bei einem Angriff, als sie von der Arbeit heimfuhren, teilte ein Polizeisprecher mit. Bei einem Mörserangriff auf den Amtssitz des Gouverneurs in der nordirakischen Stadt sei ein Zivilist getötet worden. In der so genannten Grünen Zone in Bagdad schlugen am Mittwochmorgen mehrere Granaten ein, während die irakische Nationalkonferenz tagte. Die Delegierten beraten über die Zusammensetzung von Ausschüssen und eine Tagesordnung für die kommenden Monate. Die Nationalkonferenz soll als Kontrollorgan der Übergangsregierung fungieren.

Das frühere Mitglied des irakischen Regierungsrats Ahmad Tschalabi entging unterdessen einem Attentat. Bei einem Angriff auf seine Wagenkolonne südlich von Bagdad wurden zwei Leibwächter verwundet. Tschalabi kehrte gerade aus der den Schiiten heiligen Stadt Nadschaf nach Bagdad zurück.

DPA DPA

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