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Siddhartha Dhar alias Abu Rumaysah: Er verkaufte Hüpfburgen - jetzt ist er der Chef-Henker des IS

Er ist der Nachfolger von Jihadi John - da sind sich die US-Behörden sicher. Der Brite Siddhartha Dhar soll der neue Chef-Henker des Islamischen Staates sein. Dabei ist der ehemalige Arsenal-Fan eigentlich Hindu - und brachte früher Kinderherzen zum Höherschlagen.

Siddhartha Dhar alias Abu Rumaysah

Abu Rumaysah ist gefährlich, warnen die US-Behörden. Er wird von nun an als international gesuchter Terrorist eingestuft, gab das US-Außenministerium gerade bekannt. Er sei maskiert in Exekutionsvideos zu sehen, heißt es weiter, und habe den berüchtigten Jihadi John als Henker des Terrorstaates abgelöst. Doch bevor er Terrorist wurde, hatte Siddhartha Dhar, wie er wirklich heißt, ein ganz anderes Leben.

Der indischstämmige Brite wurde in London geboren. Er sei ein braves Kind gewesen, erzählten seine Eltern verschiedenen Medien. Er habe Arsenal, seinen Hamster und die Katze David geliebt. Und: Er sei Hindu gewesen. Durch einen Freund habe er sich dann irgendwann verändert. Dhar sei zum Islam konvertiert, habe in einer arrangierten Trauung seine muslimische Frau Aisha geheiratet. Eine extrem gläubige Frau, wie die Nachbarn Medien erzählten.

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Scharia und Hüpfburgen

Wohl auch durch sie wurden seine Einstellungen immer radikaler. Wenn er nicht mit einer eigenen Firma Hüpfburgen für Kindergeburtstage und Feste vermietete, protestierte er. Gegen Israel, für die Einführung der Scharia in England, berichtet die "BBC". In einem TV-Interview erklärte er: "Ich identifiziere mich nicht mit englischen Werten. Ich bin zuallererst Muslim, dann Muslim und schließlich Muslim." Den aufkommenden IS nannte er "einen Traum für Muslime weltweit".

Irgendwann wurden auch auf die Behörden auf den sich mittlerweile Abu Rumaysah  nennenden Gefährder aufmerksam. Er hatte sich in der als Terror-Gruppe verbotenen Salafisten-Organisation Al-Muhajiroun engagiert, wurde wegen der Unterstützung terroristischer Aktivitäten verhaftet. Als er 2014 auf Kaution entlassen wurde, schnappte er sich seine schwangere Frau, die drei Kinder - und verschwand. Wie er trotz Reiseverbot einfach mit dem Zug nach Paris fuhr, ist unbekannt. Irgendwann tauchte er plötzlich in Syrien wieder auf. "Was für ein mieses Sicherheitssystem Großbritannien haben muss, dass ich einfach so durch Europa schlüpfen konnte", provozierte er bei Twitter.

Reiseführer für den Islamischen Staat

Im Kampfgebiet angekommen, scheint er schnell Anschluss gefunden zu haben. Bei Twitter postete er ein Bild, das ihn mit seinem Neugeborenen und einer Kalaschnikow zeigt, aufgenommen wurde es vermutlich in der damaligen IS-Hauptstadt Raqqa. 2015 veröffentlichte er einen Reiseführer für den Islamischen Staat, schwärmte von der Diversität unter den Terroristen. "Ich habe Menschen aus allen Lebenslagen getroffen", zitiert die BBC aus dem Buch. 

In den Erzählungen anderer klingt das nicht ganz so enthusiastisch. Die jesidische Jugendliche Nihad B. identifizierte Dhar als einen der Männer, der sie entführt und dann in Mosul als Sexsklavin verkauft haben soll. Berühmt wurde er durch ein Video, indem er als britische Spione bezeichnete Männer bestialisch hinrichtete. Mit dem kleinen Siddhartha aus London hat Abu Rumaysah wohl nur noch wenig gemein.