EU-Kommission Portugals Regierungschef soll Prodi-Nachfolger werden


Derzeitiger Top-Favorit für den prestigeträchtigen Posten des EU-Kommissionspräsidenten ist Portugals Ministerpräsident Jose Durao Barroso.

Die Entscheidung über die Nominierung des portugiesischen Ministerpräsidenten Jose Manuel Durao Barroso für den Posten des EU-Kommissionspräsidenten ist den Worten des irischen Ministerpräsidenten Bertie Ahern zufolge noch nicht endgültig gefallen.

Portugiese will allgemeine Unterstützung

"Ich muss noch mit etwa der Hälfte meiner Kollegen reden", sagte Ahern am Samstag nach dem EU-Gipfeltreffen mit den USA an der irischen Westküste. "Ich muss auch noch mit Jose Manuel Barroso reden, dem derzeitigen Ministerpräsidenten von Portugal", fügte er hinzu. Er hoffe dies am Abend tun zu können. Der konservative Sozialdemokrat Durao Barroso gilt als Favorit für den Posten, nachdem sich die Staats- und Regierungschefs bei ihrem jüngsten Gipfeltreffen in Brüssel nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten hatten einigen können. Eine Bedingung des 48-jährigen Portugiesen ist Medienberichten zufolge, dass seine Kandidatur von allen 25 EU-Mitgliedern unterstützt wird.

"Ich hoffe sehr, dass ich am Dienstagabend in der Lage bin, eine Empfehlung zu geben und eine positive Entscheidung zu bekommen", sagte Ahern weiter. Als derzeitiger Ratspräsident der EU hatte Ahern angekündigt, ein Sondertreffen zur Nominierung des künftigen Kommissionspräsidenten nur dann anzuberaumen, wenn er sich sicher sei, dass Einigkeit unter den Mitgliedern herrsche. Am Mittwoch endet Irlands Ratspräsidentschaft. Der Italiener Romano Prodi scheidet am 1. November aus dem Amt des Kommissionspräsidenten aus.

Barroso erfüllt alle Bedingungen

In portugiesischen Medien hatte es am Freitag geheißen, der konservative Durao Barroso werde am Samstag entscheiden, ob er bereit sei zu kandidieren. Ahern habe den Posten dem Regierungschef angeboten, teilte das Büro des portugiesischen Präsidenten Jorge Sampaio am Abend mit. Dieser habe mit dem Juristen über das Angebot beraten.

Der 48-jährige Jurist Durao Barroso führt eine Mitte-Rechts-Regierung und erfüllt die Kriterien, die Frankreich und Deutschland für den künftigen Kommissionspräsidenten genannt haben. Er stammt aus einem Land, das sowohl der Euro-Zone angehört als auch alle wesentlichen politischen Initiativen der EU unterstützt. Zugleich hat er die Unterstützung der konservativen Mehrheitsfraktion im europäischen Parlament, die nach ihrem Wahlsieg bei der Europawahl keinen liberalen Kommissionspräsidenten akzeptieren wollte.

Bisher verhinderten Rivalitäten Einigung

Rivalitäten zwischen Frankreich und Deutschland einerseits und Großbritannien andererseits hatten eine Einigung in Brüssel verhindert. Beide zuvor zur Diskussion stehenden Kandidaten - der belgische Regierungschef Guy Verhofstadt und der derzeitige EU-Außenkommissar Chris Patten - hatten sich daraufhin aus dem Rennen zurückgezogen. Der liberale Verhofstadt war von Frankreich und Deutschland, der Brite Patten unter anderem von den konservativen Parlamentariern unterstützt worden. (Reuters)

<em>mit Agenturen</em> DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker