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Senats-Anhörung: James Comey vermutet, dass er wegen Russland-Ermittlungen gefeuert wurde

Mit Spannung erwartet die halbe USA die Aussage des ehemaligen FBI-Chefs James Comey vor dem US-Senat. Wird er seine Anschuldigung gegen US-Präsident Donald Trump erneuern? Gar ausweiten? Verfolgen Sie seine Anhörung im stern-Liveblog.

Die lang erwartete Aussage des von Donald Trump gefeuerten Ex-FBI-Chefs James Comey steht an. Einige Bars in den USA öffnen sogar schon am frühen Morgen, um das "Event" bei Kaffee, Bier und Erdnüssen zu übertragen. Denn die Anhörung könnte die bislang kritischste Phase der ohnehin schon skandalgeplagten US-Präsidentschaft einläuten. In einer vorab veröffentlichten schriftlichen Erklärung von James Comey heißt es, der Präsident habe ihn gebeten, seine Ermittlungen gegen den kurz zuvor entlassenen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn einzustellen. Comeys Aussage vor dem Geheimdienstausschuss des Senats zur Russland-Affäre beginnt ab 16 Uhr MESZ. 
Verfolgen Sie die Anhörung von James Comey im stern-Liveblog.

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James Comey vermutet, dass er wegen Russland-Ermittlungen gefeuert wurde

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    Nachtrag: Das Weiße Haus und Donald Trump haben unmittelbar auf Comeys Aussage reagiert: Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sandershat, hat Comeys Vorwürfe zurückgewiesen: "Der Präsident ist kein Lügner", sagte sie, dies könne sie "mit Gewissheit sagen". Und Trump selbst sagte vor Anhängern in Washington: "Wir werden kämpfen und gewinnen."

  • Niels Kruse
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    Lesen Sie in Kürze noch eine Zusammenfassung der Comey-Anhörung sowie eine Einordnung aus den USA.

  • Niels Kruse
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    Das war es fürs Erste. Ein politisches Erdbeben ist ausgeblieben. James Comey hat die Regierung von Donald Trump der Lüge bezichtigt und noch einmal bekräftigt, dass Russland systematisch versucht und wohl auch weiter versuchen wird, das US-Wahlsystem zu beeinflussen. Für Kritiker des Präsidenten aber dürfte die öffentliche Anhörung eher ernüchternd gewesen sein. Trump-Anhänger hingegen werden sich über die Aussage Comeys freuen, dass Trump selbst nicht Gegenstand der Ermittlungen ist - was allerdings auch schon länger bekannt ist. Und doch bleiben Fragen offen. Über die Rolle von Justizminister Jeff Sessions in der Russland-Connection zum Beispiel wollte Comey nichts sagen. Interessant war auch das Schweigen Comeys auf die Frage, ob Donald Trump persönlich mit Russland zusammengearbeitet habe. Sicher ist: Die weiter ungeklärten Verbindungen von Trumps Team mit Moskau wird das Weiße Haus noch länger beschäftigen.

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    Der Ausschutzvorsitzende Richard Burr beendet die öffentliche Anhörung von James Comey. In Kürze geht es hinter verschlossenen Türen weiter.

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    Der frühere Präsidentschaftskandidat John McCain, einer der lautesten, innerparteilichen Trump-Kritiker, befragt James Comey. Ihn interessiert vor allem die Ermittlung gegen Hillary Clinton und ihre E-Mail-Affäre.

  • Niels Kruse
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    Comey: "Ich weiß nicht, warum mich Donald Trump gefeuert hat. Ich vermute, es hat mit der Art und Weise zu tun, wie ich mit den Russland-Ermittlungen umgegangen bin, aber sicher bin ich nicht."

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    Die "New York Times" hat noch einmal die drei am häufigsten wiederholten Fragen der Anhörung zusammengetragen:

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    Kamala Harris, Demokratin aus Kalifornien, versucht die Stimmung etwas aufzulockern und spielt noch einmal auf eine Formulierung von Donald Trump an: "Aus vielen Anklagen weiß ich, dass wenn ein Räuber jemanden eine Pistole an den Kopf hält, und sagt 'Ich hoffe, Sie geben mir ihre Brieftasche', dann ist hoffen nicht das richtige Wort, oder?"

  • Niels Kruse
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    Interessant wird es immer dann, wenn Comey nichts sagen kann oder darf. Aus Gründen von laufenden Ermittlungen etwa. Oder wegen Geheimhaltung. So bleibt auch die Antwort auf die Frage aus, ob Donald Trump mit Russland zusammengearbeitet habe.

  • Niels Kruse
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    Auf dir Frage, ob es Mitschnitte von Gesprächen zwischen ihm und Donald Trump gäbe, sagte Comey: "Der Präsident weiß, ob es solche Tonbänder gibt."

  • Niels Kruse
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    Angesprochen auf seine "Leaks" sagt Comey: "Als Privatperson habe ich mich freigefühlt, meine Memos an die Presse zu geben."

  • Niels Kruse
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    Comey glaubt, dass die russische Wahleinmischung keine einmalige Sache ist oder war. "Das ist langfristig angelegt und sie werden es wieder versuchen."

  • Niels Kruse
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    Zwischenstand nach anderthalb Stunden: Der ganz große Knall ist bislang ausgeblieben. Wenngleich Comey der Überzeugung ist, dass die Trump-Regierung über seine Entlassung gelogen hat. Zudem geht der Ex-FBI-Chef sicher davon aus, dass die Russen massiv versucht haben, die US-Wahlen zu beeinflussen. Die Bitte Trumps, die Ermittlungen gegen Micheal Flynn einzustellen, hätten ihn so überrascht, dass sich nicht der Lage gesehen habe, dem Präsidenten klar zu machen, dass das nicht möglich sei. Interessante Nebenerkenntnis: Comey hat die Gesprächsnotizen an die Presse durchgestochen. Beziehungsweise durchstechen lassen.

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    Interessante Frage eines demokratischen Senators: "Warum sollen wir ihnen glauben?" Comey antwortet, dass er so aufgezogen wurde, nicht nur die Rosinen zu nehmen, sondern den ganzen Kuchen. "Es geht nicht darum, jemanden aus dem Weißen Haus zu vertreiben, sondern um das Land."