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Exklusiv-Interview: Hinter den Kulissen von Guantanamo

Die als "feindliche Kämpfer" auf der US-Militärbasis Guantanamo festgehaltenen Gefangenen sind in einen schweren Hungerstreik getreten. Eine gefährliche Situation, findet Anwältin Gitanjali Gutierrez, denn sie haben jeden Lebenswillen verloren.

Von Katja Gloger

Die Anwältin Gitanjali Gutierrez vom New Yorker "Center for Constitutional Rights" koordiniert die freiwillige Rechtshilfe für die Gefangenen in den Camps der US-Militärbasis Guantanamo. Mit ihr sprach stern-US-Korrespondentin Katja Gloger.

Frau Gutierrez, was wissen Sie über die Lage auf Guantanamo?

Seit über vier Jahren sind dort Hunderte Menschen als "feindliche Kämpfer" ohne Anklage, ohne Gerichtsverfahren eingesperrt. Wir bekommen kaum Nachrichten. Das Pentagon kontrolliert alle Informationen.

Doch mittlerweile gibt es Rechtsanwälte, die Gefangene vertreten.

Ja, und sie dürfen die Gefangenen besuchen. Es ist eine mühselige Prozedur, meistens dauert es Wochen. Von ihren Besuchen und Gesprächen bringen sie oft ganz andere Informationen mit als die, die wir offiziell hören.

Welche?

Die große Mehrheit der Gefangenen in den insgesamt fünf Camps muss nach wie vor unter Bedingungen leben, die die Genfer Konvention verletzen. Dies gilt vor allem für Camp 5 ...

... mit den rund 100 Gefangenen, die angeblich nicht kooperieren.

Sie leben unter Bedingungen, die das Rote Kreuz als "gleichbedeutend mit Folter" bezeichnet hat. Viele Gefangene sind in kleinste Zellen eingesperrt. Man läßt das Licht 24 Stunden lang brennen. Und zwar monatelang. Die Gefangenen dürfen einmal in der Woche ihre Zelle verlassen. Doch meist nur nachts. Viele Männer haben also seit Monaten kein Tageslicht mehr gesehen. Die Gefangenen können nicht mehr schlafen, sie werden krank, sie brechen zusammen. Außerdem haben wir mehrfach gehört, dass es nicht genügend zu essen gibt. Auch das Trinkwasser sei verschmutzt.

US-Senatoren, die Guantanamo besucht haben, sprechen jedoch von guten Bedingungen.

Senatoren und Reporter bekommen nur Camp 4 mit den kooperationswilligen Häftlingen zu sehen. Sie tragen weiße Kleidung, sie arbeiten gemeinsam, rein physisch geht es ihnen besser als den Männern in den anderen Camps. Dorthin aber dürfen weder Reporter noch Senatoren. Dort werden viele Gefangene monatelang in Einzelhaft gehalten, manchmal sogar mehr als ein Jahr.

Wie sieht das aus?

Kein Kontakt zur Außenwelt. Keinen Kontakt zu anderen Gefangenen, keine Telefonate, kein regelmäßiger Kontakt zur Familie. Und das seit beinahe vier Jahren. Die Gefangenen haben nichts, außer einem Koran. Noch nicht einmal andere Bücher. Ein Brief alle sechs Monate. Der einzige Kontakt läuft über Rechtsanwälte. Doch auch die dürfen nicht über alles sprechen. Die Gespräche unterliegen der Militärzensur.

Wie reagieren Gefangene auf diese Bedingungen?

Wir wissen von mehreren Massen-Selbstmordversuchen. Einer geschah vor drei, einer vor zwei Jahren. Damals versuchten 23 Häftlinge, sich zu erhängen. Erfolglos. Das Militär nennt diese Versuche "selbst-schädigende Zwischenfälle". Und dann die Hungerstreiks.

Wann haben die begonnen?

Anfangs hatten die Gefangenen noch Beschwerdebriefe an das Militär geschrieben, um eine Verbesserung ihrer Haftbedingungen zu erreichen. Ohne Reaktion, soweit wir wissen. Der erste Hungerstreik begann im Februar 2002. Er dauerte zwei Monate. Damals verweigerten die Gefangenen eine Mahlzeit pro Tag.

Warum?

Gefangene berichteten, dass Militärpolizisten auf den Koran getrampelt seien. Der konkrete Anlass war wohl, dass ein Militärpolizist einem Gefangenen während es Gebets die Kopfbedeckung heruntergerissen haben soll. Doch jetzt, drei Jahre später, haben sich die Bedingungen nicht verbessert. Einige der Gefangenen sind seit über einem Jahr in Einzelhaft. Für viele ist die Ungewissheit am schlimmsten. Keine Anklage, kein Gerichtsverfahren. Sie wissen einfach nicht, was mit ihnen geschieht. Und wie können sie sich wehren? Sie verweigern das Essen. Im Juni traten 200 Gefangene in allen fünf Camps in einen weiteren Hungerstreik.

Was forderten sie?

Respekt für ihre Religion. Das Recht, ihre Familien zu kontaktieren. Sonnenlicht. Und vor allem faire Gerichtsverfahren.

Wie erfuhr man von dem Streik?

Offiziell zunächst gar nicht. Auch die Anwälte wurden nicht informiert. So befanden sich 200 Gefangene im Hungerstreik, während US-Senatoren in Guantanamo waren - und nichts davon erfuhren. Wir erfuhren von dem Streik durch Freigelassene. In diesem Fall waren es zwei Afghanen, die davon berichtet hatten.

Wie endete der Streik?

Ende Juli sicherte das Pentagon Verhandlungen zu, um die Haftbedingungen mit der Genfer Konvention für Kriegsgefangene in Einklang zu bringen. Ein Gefangenen-Komitee sollte die Verhandlungen führen.

Was wurde aus diesen Gesprächen?

Es passierte nichts. Dann wurden offenbar einige Gefangene geprügelt. Seit dem 8. August befinden sich die Gefangenen wieder im Hungerstreik. Und die Vertreter des Gefangenen-Komitees wurden nach Angaben von Gefangenen in Einzelhaft gesteckt.

Wie viele hungern? Das Pentagon spricht von rund 130 Männern.

Wir wissen von rund 210, die nun im zweiten Monat hungern. Es ist den Männern sehr ernst. Sie verweigern alle Mahlzeiten, trinken nur ein bisschen Wasser. Sie glauben, sie haben keine andere Wahl mehr. 21 Gefangene sind bereits so schwach, dass sie zwangsernährt werden müssen. Entgegen ethischer Grundsätze dürfen die Ärzte die betroffenen Familien nicht informieren.

Haben die Hungerstreikenden Kontakt zum Roten Kreuz oder ihren Rechtsanwälten?

Das Pentagon verweigert die Auskunft darüber, welche Gefangenen sich im Hungerstreik befinden oder zwangsernährt werden. Einige Anwälte durften Gefangene besuchen. Sie wollen jetzt auch die Familien informieren.

Was wird nun passieren?

Sie wollen solange die Nahrung verweigern, bis ihnen ein faires Gerichtsverfahren zugestanden wird. Oder bis sie sterben.

Doch das Oberste Gericht der USA hat ihnen das Recht auf ein Gerichtsverfahren schon vor einem Jahr faktisch zugestanden. Warum passiert nichts?

Das Pentagon kämpft gegen diese Entscheidung. Im Moment sind rund 505 Gefangene auf Guantanamo. Davon sind vier vor Militärkommissionen angeklagt. Ganze vier Anklagen in über vier Jahren! Die anderen haben jede Hoffnung aufgegeben. Sie glauben, sie haben nichts mehr zu verlieren. Sie sind entschlossen, zu sterben. Es ist eine sehr gefährliche Situation.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(