Feuerwerk über Bagdad Iraker feiern US-Abzug aus Städten


Die Iraker sind seit dem frühen Morgen in den großen Städten des Landes selbst für die Sicherheit verantwortlich. Die US-Truppen übergaben die Zuständigkeit an die irakischen Behörden. Die Menschen feierten dies mit einem Feuerwerk, Ministerpräsident Nuri al-Maliki erklärte den Tag zum Feiertag. In Irkuk aber riss eine Autobombe 27 Menschen in den Tod.

Mit einem Aufruf zur nationalen Einheit und zur Wachsamkeit hat die irakische Führung am Dienstag den Abzug der US-Truppen aus den Städten und Dörfern des Landes gewürdigt. Präsident Dschalal Talabani sagte in einer Fernsehansprache: "Wir werden die Verluste durch Al-Kaida nicht vergessen." Ministerpräsident Nuri al-Maliki meinte: "Um der Märtyrer und der Verwundeten willen müssen wir als Land zusammenstehen."

Die Bevölkerung in Bagdad feierte den US-Abzug aus Städten und Dörfern mehr als sechs Jahre nach dem Einmarsch mit einem mitternächtlichen Feuerwerk. Tausende Iraker trafen sich am Montagabend in einem Park in Bagdad. Ministerpräsident Al-Maliki hatte den Dienstag zum Feiertag erklärt.

Die noch rund 134.000 im Irak stationierten amerikanischen Soldaten ziehen sich auf ihre Stützpunkte außerhalb der Ortschaften zurück. Die Sicherheit soll in den Städten künftig allein von den Einheiten der irakischen Polizei und Armee gewährleistet werden. Ihnen stehen außerdem noch Bürgerwehren zur Seite, die von den Amerikanern mit Hilfe von Stammesführern gegründet worden waren.

Allerdings ist nicht allen Irakern zum Jubeln zumute. Einigen Irakern, die kategorisch gegen die Präsenz der Amerikaner in ihrem Land sind, dauert es noch zu lange bis zum kompletten Abzug der von ihnen als Besatzer empfundenen Truppen Ende 2011. Andere Iraker befürchten, dass die Zahl der Terroranschläge nach dem Rückzug der Amerikaner zunehmen wird. Wie zum Beleg ereignete sich während des Tages in Irkuk im kurdischen Norden des Landes ein schwerer Anschlag. Mindestens 27 Menschen starben, als in der Nähe eines Gemüse- und Geflügelmarktes eine Autobombe explodierte.

Offiziell zeigt sich US-Militärführung zuversichtlich, dass die irakischen Sicherheitskräfte der Herausforderung nach jahrelanger Ausbildung gewachsen sind. Im Vertrauen argwöhnen viele, dass sie doch überfordert sein könnten. Diese Befürchtungen sind angesichts des Gewaltausbruchs in diesem Monat, bei dem mehr als 250 Menschen bei Bombenanschlägen und Schießereien getötet wurden, noch gewachsen.

Aber auch unter der Führung des US-Militärs gab es immer wieder Anschläge: So wurden am Vortag des Abzugs der US-Truppen aus irakischen Städten in Bagdad vier US-Soldaten getötet. Die Vier seien am Montag Verletzungen erlegen, die sie bei Kampfhandlungen erlitten hätten, erklärten die US-Streitkräfte am Dienstag. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht mitgeteilt.

DPA/AP/Reuters AP DPA Reuters

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