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Fini und Berlusconi in Italien Ehemalige Verbündete liegen erneut im Clinch


Mit der Rücktrittsforderung des italienischen Parlamentschefs Gianfranco Fini geht der Kampf mit Silvio Berlusconi in die nächste Runde. Der Regierungschef war zuletzt durch Enthüllungen über seinen Einsatz für ein 17-jähriges Partygirl erneut in Bedrängnis geraten.

Nach der Rücktrittsforderung von Italiens Parlamentspräsident Gianfranco Fini an Regierungschef Silvio Berlusconi herrscht in Italien Krisenstimmung. "Die Regierungskrise ist eröffnet", titelte die Turiner Tageszeitung "La Stampa" am Montag. Der konservative Mailänder "Corriere della Sera" sprach von einem harten letzten Kampf zwischen den langjährigen Rivalen Berlusconi und Fini. Auch die römische linksliberale Zeitung "La Repubblica" sah für Berlusconi keinen Ausweg mehr.

Der 74-Jährige war zuletzt durch Enthüllungen über seinen Einsatz für ein 17-jähriges Partygirl erneut in Bedrängnis geraten. Berlusconi reagierte zunächst nicht öffentlich auf die Forderung seines früheren Bundesgenossen, die Fini am Sonntag bei einer Tagung seiner Fraktion "Zukunft und Freiheit für Italien" (FLI) in Perugia lanciert hatte. Italienischen Medien zufolge soll Berlusconi Fini aber aufgefordert haben, "wenn schon, dann im Parlament per Misstrauensvotum" eine Entscheidung zu suchen.

Der konservative Regierungschef hatte den ehemalige Verbündeten Ende Juli nach 15-jähriger Partnerschaft aus der gemeinsamen Regierungspartei "Volk der Freiheit" (PdL) gedrängt. Heute besitzt er ohne die Stimmen der FLI keine sichere Mehrheit im Parlament mehr. Ende September war es ihm zunächst gelungen, Fini und den Seinen noch einmal die Zustimmung für die fünf wichtigsten Punkte des Regierungsprogramms abzuringen.

DPA DPA

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