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Druck auf Berlusconi wächst Bossi soll es richten


Erstmals hat die Lega Nord, angeführt von dem "Abtrünnigen" Gianfranco Fini im Parlament gegen Silvio Berlusconis Regierung gestimmt. Umberto Bossi soll nun zwischen Berlusconi und Fini vermitteln.

Nach einer schmerzhaften Abstimmungsniederlage für Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi im Parlament spitzt sich der Machtkampf in Rom weiter sich zu. "Ich werde keine Regierungskrise im Dunkeln eröffnen, nicht zurücktreten und auch nicht nachgeben", sagte der 74-jährige Premier nach Angaben des Mailänder "Corriere della Sera" (Mittwoch). Mehrfach hatte Berlusconi betont, bis zum Ende der Legislaturperiode 2013 regieren zu wollen. Dennoch verglichen Zeitungen die politische Situation Italiens am Mittwoch bereits mit dem "Untergang der Titanic".

Am Dienstagabend hatte Berlusconi eine Abstimmung über seine umstrittene Ausländerpolitik verloren, weil die neue Fraktion von Gianfranco Fini, seines ehemaligen Bündnispartners, erstmals mit der Opposition stimmte. Am Donnerstag soll nun der Chef der rechtspopulistischen Lega Nord, Berlusconis Koalitionspartner Umberto Bossi, mit dem "Abtrünnigen" Fini verhandeln. Er solle dafür sorgen, dass die Regierung zumindest bis zur Verabschiedung des Haushalts für 2011 im Amt bleibt.

Fini hatte am Sonntag auf einer Tagung seiner Fraktion "Zukunft und Freiheit für Italien" (FLI) den Rücktritt Berlusconis gefordert, nachdem dieser in der vergangenen Woche erneut durch Sexskandale in die Kritik geraten war. Berlusconi konterte daraufhin, Fini möge ihn im Parlament per Misstrauensvotum herausfordern.

mm/DPA DPA

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