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Flüchtlingskrise: Österreichs Kanzler wettert: "Sind nicht Deutschlands Asyl-Wartezimmer"

Österreichs Obergrenze für Flüchtlinge stößt in Deutschland auf heftige Kritik. Dennoch will Bundeskanzler Werner Faymann hart bleiben - und reagiert scharf auf die vorwurfsvollen Töne des großen Nachbarn.

Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann verteidigt die Obergrenze für Flüchtlinge

Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann verteidigt die Obergrenze für Flüchtlinge

Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann will trotz Kritik aus Deutschland an der Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen nicht rütteln. "Wenn die europäische Lösung nicht funktioniert, alle durchzuwinken nach Österreich und Österreich zum Wartezimmer für Deutschland zu machen, hier werden wir uns massiv dagegen zur Wehr setzen", sagte Faymann in Wien. Ansonsten würde es zu einer Verlagerung der nicht funktionierenden Aufnahmezentren an der Außengrenze der EU nach Österreich kommen.

Scharf reagierte Faymann auf die Kritik aus Deutschland: "Wer also dafür ist und Flüchtlinge aufnimmt, wie etwa unsere deutschen Nachbarn, hat die Möglichkeit, direkt von den Verteilzentren Flüchtlinge zu übernehmen", sagte der Regierungschef. Österreich akzeptiert nur noch 80 Asylanträge pro Tag, will aber weiter bis zu 3200 Migranten nach Deutschland durchreisen lassen.

Faymann: Österreich nimmt genügend Flüchtlinge auf

Seiner Amtskollegin Angela Merkel wolle er klarmachen, dass Österreich hart bleiben werde. 

Sein Land liefere mit den vorgesehenen maximal 37.500 Asylplätzen in diesem Jahr einen ausreichenden Anteil. Würden alle EU-Staaten diese Pro-Kopf-Quote umsetzen, könnte die EU zwei Millionen Flüchtlingen Platz bieten. Eine europäische Lösung sei daher nach wie vor das Ziel. "Aber ein Plan B, der Österreich zum Wartezimmer der EU macht, das kann nicht das Ziel sein", sagte Faymann.

kis / Reuters