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Verhandlungen mit dem Iran: Steinmeier warnt vor Scheitern des Atomdeals

Frank-Walter Steinmeier hat im Vorfeld der weiteren Verhandlungen mit dem Iran über einen Atomdeal "Mut" zu einem Kompromiss gefordert. Der Bundesaußenminister warnte, wie sein US-Amtskollege John Kerry, vor einem Scheitern der Verhandlungen.

Frank-Walter Steinmeier sieht die Gespräche mit dem Iran als "einmalige Chance"

Frank-Walter Steinmeier sieht die Gespräche mit dem Iran als "einmalige Chance"

In den Verhandlungen über ein Atomabkommen mit dem Iran hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) davor gewarnt, die Chance auf eine Einigung zu verspielen. Die derzeitigen Gespräche in Wien böten eine "einmalige Chance" für eine Beilegung des seit Jahren währenden Konflikts, erklärte Steinmeier in der Nacht zum Montag im Kurznachrichtendienst Twitter. Dies verlange "Mut" zu einem Kompromiss. Er hoffe, dass dieser Mut vorhanden sei, insbesondere beim Iran.

Bei den derzeitigen Atom-Verhandlungen gebe es "nur zwei Alternativen": "Entweder wir gewinnen alle" zusammen oder die Verhandlungen scheiterten und es gebe "keinen Gewinner", warnte Steinmeier. 

Zuvor hatte auch US-Außenminister John Kerry vehement auf eine Einigung im Streit um das iranische Atomprogramm gedrungen, zugleich aber vor einem Scheitern der Verhandlungen gewarnt. "Wir sind nie näher an einer Einigung gewesen", sagte Kerry am Sonntag nach einem Gespräch mit seinem iranischen Kollegen Mohammed Dschawad Sarif in Wien. Dies sei aber keine Garantie für ein Abkommen. "Im Moment können die Verhandlungen noch in beide Richtungen gehen", warnte der US-Außenminister. Bei einigen der wichtigsten Punkte sei noch immer keine Einigung erzielt worden.

Der Iran und die Gruppe der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands wollten eigentlich bereits bis zum 30. Juni ein vollständiges Abkommen ausarbeiten. Sie verlängerten dann aber kurzfristig die Verhandlungen um eine Woche bis zum kommenden Dienstag.

fin / AFP
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