Gazastreifen Israelisches Militär verstärkt Druck


Eskalation im Gazastreifen: Das israelische Militär beschoss eine Schule und das palästinensische Innenministerium. Außerdem versuchten Soldaten, weitere Hamas-Politiker festzunehmen.

Nach einem palästinensischen Raketenangriff auf die Küstenstadt Aschkelon will Israel die Militäreinsätze im nördlichen Gazastreifen verstärken. Verteidigungsminister Amir Perez habe angeordnet, das Tempo und das Ausmaß von Einsätzen der Armee zu steigern, berichtete der israelische Rundfunk. Militante Palästinenser hatten das Zentrum der Stadt beschossen und eine Schule getroffen, wobei Menschen jedoch nicht zu Schaden kamen. Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert sprach von einer beispiellosen Eskalation.

Das israelische Militär versuchte vergeblich, weitere führende Hamas-Politiker festzunehmen. Augenzeugen berichteten, dass Soldaten das Haus des Parlamentspräsidenten Asis Dweik in Ramallah stürmten. Auch Häuser mehrerer anderer Abgeordneter der regierenden radikal-islamischen Hamas wurden durchsucht. In allen Fällen seien die Parlamentarier jedoch nicht zu Hause gewesen. Israel hatte bereits 26 Hamas-Abgeordnete und 8 Minister in Haft genommen.

Olmert droht mit "weit reichenden Folgen"

In der Nacht hatte Israel Angriffe auf den Gazastreifen fortgesetzt. Eine Drohne feuerte eine Rakete auf das palästinensische Innenministerium in Gaza ab. Die Rakete sei zwischen dem dritten und vierten Stockwerk eingeschlagen. Aus benachbarten Gebäuden seien fünf Zivilisten in Krankenhäuser gebracht worden, hieß es. Auch eine von der radikal-islamischen Regierungspartei Hamas betriebene Grundschule sei getroffen worden. Das palästinensische Innenministerium war bereits vor einigen Tagen unter israelischen Beschuss gekommen. Auch eine von der radikalislamischen Regierungspartei Hamas betriebene Grundschule im Norden der Stadt sei Ziel einer israelischen Rakete geworden, berichteten Augenzeugen.

Zuvor war am Dienstag eine palästinensische Kassam-Rakete erstmals im Herzen der Stadt Aschkelon eingeschlagen. Das Geschoss traf nach Medienberichten eine Schule und richtete Sachschaden an. Niemand wurde jedoch verletzt. Zu der Tat bekannte sich der militärische Hamas-Arm, wie die die israelische Zeitung "Haaretz" berichtete. Ministerpräsident Ehud Olmert hat der Hamas mit "weit reichenden Folgen" gedroht. "Diese schwerwiegende Tat und dieser bösartige Versuch, israelische Bürger zu treffen, werden weitreichende Folgen haben und die Hamas-Organisation wird als erste davon betroffen sein", sagte Olmert.

Mit seiner Offensive "Sommerregen" will das israelische Militär die Freilassung eines israelischen Soldaten erreichen. Der 19-jährige Gilad Shalit war vor mehr als einer Woche von palästinensischen Extremisten verschleppt worden. Sie hatten Israel bis Dienstag 5.00 MESZ aufgefordert, rund 1400 palästinensische Häftlinge freizulassen. Schalits Schicksal bleibt ungewiss. Nach Ablauf des Ultimatums haben seine Kidnapper Kontakte zu ägyptischen Vermittlern abgebrochen.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker