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Gegen den Fachkräftemangel: Forschern soll der Weg nach Europa erleichtert werden

Fachkräftemangel ade? Die EU-Kommission will die Einreisebedingungen für ausländische Forscher und Studenten vereinfachen. Damit verbunden ist die Hoffnung auf ein stärkeres Wirtschaftswachstum.

Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels will die EU-Kommission Einreisehürden für ausländische Studenten und Wissenschaftler abbauen. Sie trügen mit ihrem Wissen und Können zum Wirtschaftswachstum bei, erklärte die Kommission am Montag in Brüssel. "Die geltenden Bestimmungen für die Erteilung eines Studentenvisums oder einer Aufenthaltserlaubnis sind oft kompliziert und unklar", begründete die Behörde die Gesetzespläne, die auf eine Änderung der Vorschriften in den Mitgliedstaaten zielen. Es geht neben Forschern auch um Schüler, Praktikanten und Au-pairs.

Brüssel will den Behörden der EU-Länder eine Frist setzen: In 60 Tagen müssten sie Anträge auf ein Visum oder eine Aufenthaltserlaubnis entscheiden. Wenn die Gäste dann in Europa sind, sollen sie leichter von einem in ein anderes Mitgliedsland wechseln können. Studenten aus Drittstaaten sollen den Plänen zufolge mindestens 20 Stunden pro Woche arbeiten dürfen.

Arbeitserlaubnis bleibt Ländersache

Nach Abschluss des Studiums oder für Wissenschaftler nach Abschluss der Forschung sollten sie unter bestimmten Bedingungen noch ein Jahr im Land bleiben dürfen, "um sich nach einer Arbeit umzusehen oder sich eventuell selbstständig zu machen", wie die Kommission erklärte. Trotzdem bleibe die Erteilung einer Arbeitserlaubnis weiter Sache der Mitgliedstaaten.

Derzeit kommen den Angaben zufolge pro Jahr mehr als 200.000 ausländische Studenten und Wissenschaftler nach Europa. Es liegt laut Kommission im Interesse der Union, dass diese Zahl steigt. Denn zum einen fehle es heute für viele qualifizierte Stellen an Bewerbern. Zum anderen könnten die Forscher zum Beispiel Erfindungen anstoßen und so die Wirtschaft hierzulande stärken. Andere Länder seien für den Nachwuchs offenbar attraktiver als Europa, stellte die Kommission kritisch fest. Ihre Pläne werden nun von Regierungen und Europaparlament beraten - in Kraft treten könnten sie in drei Jahren.

cob/AFP / AFP