GEGENSCHLAG Pentagon räumt erstmals zivile Opfer ein


Während die US-Streitkräfte ihre Bombardements in Afghanistan über das gesamte Wochenende fortgesetzt haben, musste das Pentagon erstmals zivile Opfer eingestehen.

Rund eine Woche nach Beginn der US- Luftangriffe in Afghanistan hat das Pentagon erstmals einen Fehlschlag mit zivilen Opfern eingeräumt. Trotzdem zog US-Präsident George W. Bush eine erfolgreiche Bilanz der Militäraktionen: »Wir haben das Netzwerk der Terroristen innerhalb Afghanistans auseinander gerissen«, sagte er bei einer Radio-Ansprache. Taliban-Chef Mullah Mohammed Omar lehnte jedoch erneut eine Auslieferung des Terroristenführers Osama bin Laden ab.

Druck auf Taliban soll verstärkt werden

In den kommenden Wochen will das Pentagon nach einem Bericht der »Washington Post« mit einer Serie verdeckter Aktionen durch Spezialeinheiten, Bombardements und Hubschraubereinsätzen den Druck auf die Taliban verstärken. Am Sonntag bombardierten die US- Streitkräfte wieder massiv Ziele in und um Kabul und Kandahar.

Kampfflugzeug bombardiert versehentlich Wohngebiet

Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums hatte ein Kampfflugzeug am Samstag irrtümlich ein Wohngebiet der afghanischen Hauptstadt Kabul bombardiert. Dabei seien vier Menschen getötet und acht verletzt worden. Es war dem Pentagon zufolge mindestens der dritte Fehltreffer bei den Angriffen.

Luftabwehr um Kabul kaum noch aktiv

US-Präsident Bush äußerte sich zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen: »Wir haben die Taliban militärisch geschwächt, und wir haben die Luftabwehr der Taliban gelähmt.« Zumindest rund um Kabul sei die Luftabwehr kaum noch aktiv, bestätigte ein Korrespondent des arabischen TV-Senders Al-Dschasira. Die oppositionelle afghanische Nordallianz teilte mit, zwar sei die Taliban-Miliz strategisch geschwächt. Es seien aber erst wenige Stützpunkte des Regimes ausgeschaltet worden, sagte der »Außenminister« der Nordallianz, Abdullah Abdullah, der indischen Zeitung »The Sunday Times of India«.

Bombardements das ganze Wochenende fortgesetzt

Die US-Streitkräfte setzten ihre Bombardements das gesamte Wochenende über fort. Dabei wurden vor allem Ziele in Kabul und Dschalalabad sowie die Flughäfen von Kandahar und Herat bombardiert. Laut AIP kamen dabei erneut Zivilisten zu Schaden. Insgesamt wurden nach Angaben der Agentur seit Beginn der Luftschläge am Sonntagabend vor einer Woche mehr als 300 Menschen getötet. Eine unabhängige Bestätigung dieser Berichte gibt es nicht.


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