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Geiseldrama im Irak: Extremisten töten Beamte, Politiker und Journalisten in Tikrit

Im Irak sind 65 Menschen ums Leben gekommen, nachdem Attentäter ein Ratsgebäude in Tikrit gestürmt hatten. Sie verschanzten sich mit etwa 30 Menschen in dem Gebäude. Die Polizei setzte dem Geiseldrama gestern ein Ende.

Blutiges Geiseldrama im Irak: Bei einer Geiselnahme im Provinzparlament in der Stadt Tikrit und der anschließenden Befreiungsaktion sind gestern mindestens 65 Menschen ums Leben gekommen. 95 Menschen wurden verletzt, berichtete das Staatsfernsehen.

Unter den Getöteten sind Abgeordnete, Beamte, vier Generäle der irakischen Militärpolizei sowie Reporter des arabischen Nachrichtensenders Al-Arabija und der Nachrichtenagentur Reuters. Die Behörden verhängten noch am späten Abend ein Ausgangsverbot für Tikrit, das knapp 80 Kilometer nördlich von Bagdad liegt.

Extremisten hatten am Dienstag das Provinzparlament gestürmt und die dort tagenden Abgeordneten als Geiseln genommen. Die Attentäter, die zum Teil Uniformen der irakischen Armee trugen, setzten Autobomben, Sprengstoffgürtel und Granaten ein, um Geiseln zu nehmen. Irakische Sicherheitskräfte stürmten wenige Stunden später das Gebäude, um die Geiseln zu befreien. Dabei starben sowohl die Geiselnehmer als auch ihre rund 30 Geiseln.

Bereits bei der Erstürmung des Parlaments durch die Extremisten am Vormittag waren zehn Menschen getötet worden. Die schwer bewaffneten Angreifer, von denen viele Polizeiuniformen trugen, zündeten vor dem Gebäude zwei Autobomben und lieferten sich mit den Sicherheitskräften ein Feuergefecht, ehe sie in den Sitzungssaal des Parlaments eindrangen. Dort nahmen sie die lokalen Volksvertreter als Geiseln.

Tikrit ist die Heimatstadt des einstigen Machthabers Saddam Hussein. In der Provinz dominieren die Sunniten, die unter Saddam die Führungspositionen des Landes innehatten.

DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters