HOME

Rückeroberung von Ramadi: Ist der Islamische Staat langsam am Ende?

Es war kein gutes Jahr für den Islamischen Staat: 14 Prozent ihres Territoriums haben die Dschihadisten verloren, zuletzt Ramadi im Irak. Die Terrormiliz ist geschwächt - aber ihre Strahlkraft weiter ungebrochen.

Von Niels Kruse

Irak-Armee in Ramadi

Sieg über den Islamischen Staat: Irakische Soldaten haben die Stadt Ramadi von den Dschihadisten befreit

Eine der wenigen guten Nachrichten des Jahres 2015 lautet: Der Islamische Staat ist besiegbar. Das zeigt die irakische Armee in diesen Tagen in Ramadi, einer Stadt westlich von Bagdad, wo sich die Terrormiliz seit Mai breitgemacht hatte und von wo sie durch die regulären Regierungstruppen des Landes nach schweren Kämpfen wieder vertrieben wurde. Iraks Ministerpräsident Haider al Abadi sagte nach der Rückeroberung: 2015 sei ein "Jahr der Befreiung" gewesen, 2016 werde das "Jahr der großen Siege". So solle auch Mossul befreit werden, die erste bedeutende Großstadt, die der IS einnehmen konnte. Die Befreiung dieser Stadt, so der Regierungschef, werde dem Islamischen Staat den "tödlichen Stoß" versetzen - das ist die optimistische Sicht der Dinge und tatsächlich gibt es Hinweise, die auf eine deutliche Schwächung des IS deuten:

  • Da wäre etwa eine der seltenen Botschaften, die IS-Führer Abu Bakr al Baghdadi vor einigen Tagen aussandte. In der Audionachricht spricht er, indirekt, von Rückschlägen und Niederlagen, um im gleichen Atemzug Durchhalteparolen und Drohungen auszusenden sowie alle Muslime zur Teilnahme am Heiligen Krieg aufzufordern. Die Äußerungen des selbsternannten Kalifen wirken jedoch wie das berühmte Pfeifen im Walde. Auch, weil es sunnitische Kräfte sind, die ihm und seinen ebenfalls sunnitischen Terrorkräften im Irak zusetzen – und nicht die verhassten schiitischen Kämpfer.
  • Der Islamische Staat kontrolliert zu Beginn des Jahres noch eine Fläche von rund 100.000 Quadratkilometern, was in etwa der Größe Südkoreas entspricht. Laut des militärischen Fachdienstes "IHS Jane's Conflict Monitor" aber haben die Dschihadisten im Laufe der vergangenen zwölf Monate etwa 14 Prozent des Territoriums eingebüßt - sowohl in Syrien als auch im Irak. Darunter die irakische Stadt Tikrit, die Stadt Baidschi samt der großen Erdölraffinerie sowie die Kontrolle über den Tishrin-Staudamm, der als strategisch wichtiger Verkehrsknotenpunkt gilt.
  • Vor allem die Kurden trotzen dem IS immer mehr Gelände ab: Im Norden Syriens haben die kurdischen Volksschutzeinheiten die Terrormiliz aus der monatelang umkämpften Grenzstadt Kobane zurückgedrängt und konnten insgesamt ihre Gebiete mehr als verdoppeln. Zusammen mit arabischen Einheiten rücken Kurden auch auf Rakka, der "Hauptstadt" des IS, vor, eine Verbindungsstraße zwischen Rakka und Mossul wurde gekappt. Bombardierungen durch die von den USA angeführte Koalition hätten die Geländegewinne mit ermöglicht, sagte der Oberst der irakischen Armee, Talal Selo.
  • Möglicherweise hat die Führung des Islamischen Staats auch zunehmend Schwierigkeiten mit der Moral innerhalb seiner eigenen Truppe. "Kalif" al Baghdadi deutet in seiner Audiobotschaft an, dass Agenten und Spione die Terrormiliz unterwanderten. Zudem wurde jetzt eine Fatwa, eine Art religiöse Anweisung herausgegeben, die sehr präzise den Umgang mit Sexsklavinnen regelt. Der IS-Experte Cole Bunzel von der US-Universität Princeton sieht darin eine Reaktion der IS-Anführer auf sogar in deren Augen zu heftige Übergriffe. In dem Regelwerk wird unter anderem dazu aufgerufen, Frauen nicht zu erniedrigen und sie nicht an Männer zu verkaufen, die für die schlechte Behandlung von Sklavinnen bekannt seien.
Al Bagdadi

Richtete sein Wort das erste Mal seit mehr als sieben Monaten an seine Kämpfer: Abu Bakr al Baghdadi


Verluste hier, Gewinne dort

Der Druck auf das selbsternannte Kalifat und seine Führer wird zunehmend stärker, doch der Islamische Staat weicht ihm auch geschickt aus. Der Norden Syriens etwa, wo die Kurden große Geländegewinne erzielen konnten, ist den Terrormilizen möglicherweise nicht so wichtig, weshalb sie sich von dort zurückgezogen haben, um an anderen Stellen zu kämpfen. Denn trotz der Verluste, ist es dem Islamischen Staat auch gelungen, Gebiete zu erobern. Etwa im Westen Syriens, wo er die historische Oasenstadt Palmyra unter Kontrolle brachte und auch näher an die Hauptstadt Damaskus herangerückt ist. Und der Nahe Osten ist längst nicht mehr die einzige Region, auf die der IS Anspruch erhebt.

  • So verlagert die Terrormiliz ihre Kämpfer zunehmend nach Libyen, wo die Dschihadisten das Chaos ausnutzen, das seit dem Sturz von Machthaber Muammar al Gaddafi entstanden ist. Seit einigen Monaten beherrschen sie die Stadt Sirte und breiten sich mehr und mehr ins Umland aus. Der UN-Sondergesandte für Libyen, Martin Kobler, sagte, dass der IS seine Präsenz Tag für Tag verstärke. "Wenn man zu lange wartet, besteht die Gefahr, dass der IS nach Süden expandiert und sich mit (ebenfalls radikalislamistischen) Boko Haram verbindet."
  • Auch in Afghanistan dehnt sich die Islamischer Staat aus. In der Provinz Nangarhar mit der Hauptstadt Dschalalabad erobern die Terrorkämpfer Dorf um Dorf und verbünden sich auch teilweise mit den Taliban, aus deren Reihen sie möglicherweise auch neue Mitglieder rekrutieren könnten, wie der EU-Sonderbeauftragte für Afghanistan, Franz-Michael Mellbin, fürchtet.
  • Aber selbst wenn die Anti-IS-Front militärisch erfolgreich bleibt, fehlt es an Rezepten, wie die eigentlichen Probleme, aus denen die Dschihadisten ihre Stärke ziehen, gelöst werden können. Die unheimliche Strahlkraft des IS speist sich aus den wirtschaftlichen Problemen vieler muslimischer Länder, aus der Armut und Perspektivlosigkeit dort, aus der Geißel der Korruption sowie der Gleichgültigkeit, mit der (arabische) Herrscher ihre Bevölkerungen behandeln. Zudem: Wie gelingt es, das Abgleiten Jugendlicher, auch europäische Jugendliche in den Dschihadismus zu verhindern?
Afghanische IS-Kämpfer

Afghanische IS-Kämpfer in der Provinz Nangarhar festgenommen von Spezialtruppen des Landes


IS als globale Terrormarke

Der Islamische Staat herrscht nicht nur mit äußerster Brutalität und einem geschickt geknüpften Netz von Geheimdienstlern, er kontrolliert auch das Bildungssystem und geriert sich daneben als Organisation, die die Menschen unterstützt, in dem er etwa Saatgut an Bauern verteilt. So sind die islamistischen Schergen Unterdrücker und Sozialarbeiter in einem. Die Organisation entwickelt sich immer mehr zu einer globalen Terrormarke, deren schwarze Flagge alle möglichen Dschihadisten, Terroristen und Extremisten einlädt, sich unter ihr zu versammeln, um ungeliebte Lebensstile zu attackieren. Sei es im Irak, in Syrien oder in Frankreich. 

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.