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George W. Bush: Militäraktion in Pakistan

Die USA würden mit Truppen nach Pakistan eindringen, wenn es Geheimdiensthinweise gäbe, dass sich Osama bin Laden dort aufhielte, sagt der US-Präsident. Pakistans Präsident Musharraf reagierte mit Empörung.

Die USA würden nach den Worten von Präsident George W. Bush nach Pakistan eindringen, wenn es solide Geheimdiensthinweise auf den Verbleib von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden dort gäbe. Bush äußerte dies in einem Interview mit dem Sender CNN. Auf die Frage, ob er anordnen würde, nach Pakistan zu gehen und dort Bin Laden und seinen Stellvertreter Ajman al-Sauahri zu töten oder zu fangen, sagte der Präsident: "Absolut." Er ergänzte: "Wir würden die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um ihnen den Prozess zu machen." Pakistans Präsident Pervez Musharraf reagierte umgehend mit Ablehnung auf die Äußerungen von Bush. Pakistan würde ein solches US-Vorgehen nicht erlauben und kümmere sich selbst darum, sagte er. Ein Einmischen in den Kampf seines Landes gegen Terroristen ist ein heikles Thema. Pakistan hat wiederholt Vorwürfe zurückgewiesen, nicht genug gegen Terroristen vorzugehen.

Erst kurz zuvor hatte der afghanische Präsident Hamid Karsai in New York vor der UN-Vollversammlung das Nachbarland Pakistan indirekt für dessen Anti-Terror-Kampf kritisiert. Die ausländischen Truppen könnten der Angriffe militanter Taliban-Rebellen mit militärischen Mitteln nur dann Herr werden, wenn "terroristische Schutzgebiete" außerhalb Afghanistans zerstört würden, sagte Karsai - ein klarer Vorwurf in Richtung Pakistan.

Pakistan sieht den Unruheherd in Afghanistan

Musharraf wies die Anschuldigungen Afghanistans verärgert zurück und warf dem Nachbarland seinerseits vor, nicht genügend gegen Terroristen zu unternehmen. Kabul verstehe offenbar nicht so ganz, was in der Region vor sich gehe, sagte Musharraf. "Ich mache schon viel in Pakistan. Sie müssen in Afghanistan mehr tun", sagte er. Das Problem liege in Afghanistan und dies habe in den vergangenen 27 Jahren Probleme in Pakistan verursacht, sagte er.

Osama bin Laden, der in den fünf Jahren seit den Anschlägen vom 11. September den USA nicht ins Netz gegangen ist, soll sich im bergigen und kaum zugänglichen Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan versteckt halten.

Nato-Truppen kämpfen derzeit vor allem im Süden Afghanistans gegen die schlimmste Welle der Gewalt seit dem Ende der Herrschaft der radikal-islamischen Taliban 2001. Damals hatten US-geführte Truppen die Taliban von der Macht vertrieben. Im Rahmen einer Nato-Friedenstruppe ist auch die Bundeswehr in Afghanistan im Einsatz. Die deutschen Soldaten sind vorwiegend im ruhigeren Norden des Landes stationiert.

Reuters