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Georgien-Konflikt: Russland fordert Waffenembargo

Russland hat im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ein Waffenembargo gegen Georgien gefordert. Allerdings hat das Vorhaben wenig Aussicht auf Umsetzung, da beispielsweise die USA dagegen sind. Amerika will stattdessen lieber Georgien beim Wiederaufbau helfen.

Russland hat im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ein Waffenembargo gegen Georgien gefordert. Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin nannte den Vorstoß ein wichtiges politisches Signal, auch wenn er wenig Aussicht auf Umsetzung habe. Die USA wiesen die Initiative zurück. Russland wolle auf diese Weise davon ablenken, dass es noch immer nicht alle Truppen von georgischem Gebiet abgezogen habe, sagte eine Sprecherin der amerikanischen UN-Vertretung. Die USA überlegen stattdessen, wie sie Georgien beim Wiederaufbau seiner Streitkräfte helfen können.

Auch Vertreter der EU lehnten den russischen Vorstoß Diplomaten zufolge ab. Es war zunächst unklar, ob der Sicherheitsrat über den Resolutionsentwurf abstimmen würde. Russland macht Georgien für die Gefechte um Abchasien und Südossetien verantwortlich und will auf längere Sicht mit Truppen in den Regionen verbleiben.

Unterdessen wurden in Südossetien nach Angaben der Behörden die sterblichen Überreste von 500 Zivilisten gefunden, die bei der Invasion und Bombardierung der Region durch Georgien am 7. und 8. August ums Leben gekommen sein sollen. Insgesamt seien vorläufigen Erkenntnissen zufolge mehr als 1600 Menschen infolge der Invasion der georgischen Armee ums Leben gekommen, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax den Generalstaatsanwalt Südossetiens.

Bei den Kämpfen starben auch mehrere hundert georgische Soldaten. Die USA wollen indes noch in dieser Woche ein Team nach Tiflis entsenden, um die Bedürfnisse Georgiens zu ermitteln. "Wir werden anschließend prüfen, welche Möglichkeiten die USA haben, Georgien beim Wiederaufbau seiner Wirtschaft, Infrastruktur und Streitkräfte zu unterstützen", sagte Eric Edelman, Unterstaatssekretär des US-Verteidigungsministeriums.

Reuters / Reuters