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Geplanter Raketenstart: Nordkorea beharrt auf Satellitentest

Kaum hatte sich das isolierte Nordkorea wieder zu Gesprächen mit dem Westen bereiterklärt, testet es die nächste Provokation und hält unbeirrt am geplanten Satellitenstart fest. Selbst engste Verbündete sind irritiert.

Ungeachtet der Bedenken auch des engen Verbündeten China hält Nordkorea an seinem für Mitte April geplanten Start einer Langstreckenrakete mit einem Satelliten fest. Es sei ein "schwerer Irrtum" anzunehmen, dass Nordkorea auf den Start verzichten werde, teilte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA mit.

Das wegen seines Atomprogramms mit internationalen Sanktionen belegte Nordkorea hatte jüngst erklärt, zwischen dem 12. und 16. April eine Langstreckenrakete mit einem Beobachtungssatelliten in den Weltraum schießen zu wollen. Den Angaben zufolge ist der Start zu Ehren des 100. Geburtstags des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung gedacht.

Verstoß gegen UN-Resolutionen

Südkorea, Japan und die USA verurteilten den geplanten Raketenstart umgehend als Provokation. Es handele sich um einen Verstoß gegen die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats, die Pjöngjang den Start von Langstreckenraketen jeder Art untersagten. Die Staaten sehen in dem angeblichen Satellitenstart faktisch einen Raketentest. Die US-Regierung drohte, die versprochene Lieferung dringend benötigter Lebensmittel zu stoppen. Pjöngjang hatte Ende Februar versprochen, im Gegenzug für Nahrungsmittelhilfen auf den Start von Langstreckenraketen zu verzichten.

Die Nachrichtenagentur KCNA warf jetzt den "feindlichen Kräften" wie den USA, Südkorea und Japan vor, den geplanten Satellitenstart zu missbrauchen, um "politischen, militärischen und wirtschaftlichen Druck" auf Pjöngjang auszuüben. Es gebe "doppelte Standards" bei der Frage des Baus und der Nutzung von Satelliten, die nicht toleriert werden könnten. Die Kritik an den Plänen sei ein Angriff auf die Souveränität des Landes.

Selbst der Verbündete China rückt von Pjöngjang ab

Doch auch China, ein enger Partner Nordkoreas, ging auf Distanz zu dem Vorhaben. Am Samstag meldete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua, Chinas Vize-Außenminister Zhang Zhijun habe sich mit dem nordkoreanischen Botschafter Ji Jae Ryong getroffen, um ihm die Bedenken Pekings bezüglich des Raketenstarts zu übermitteln. Demnach rief Zhang alle Parteien zu Ruhe und Zurückhaltung auf, um eine Verschärfung der Spannungen zu vermeiden. China ist der wichtigste Verbündete des international sonst weitgehend isolierten Nordkoreas.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton erklärte, sie sei "zutiefst besorgt" über die Ankündigung Pjönjangs. Der geplante Raketenstart verstoße gegen Nordkoreas internationale Verpflichtungen, besonders durch die UN-Resolution 1874. Die nach einem nordkoreanischen Raketenstart im Jahr 2009 gefasste Resolution verbietet dem Land den Abschuss ballistischer Raketen, egal zu welchem Zweck.

nik/AFP / AFP