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Gnade für Häftlinge: Mursi lässt ägyptische Demonstranten frei

Mohammed Mursi hat alle politischen Gefangenen begnadigt, die gegen Ägyptens Ex-Machthaber Mubarak demonstriert hatten. Die Amnestie gelte allerdings nicht für alle Häftlinge.

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hat nach einhundert Tagen im Amt eine Generalamnestie für die Unterstützer der "Revolution" erlassen. Die Amnestie gilt für alle Häftlinge, die wegen Taten zwischen dem 25. Januar 2011 und dem 30. Juni 2012, dem Amtsantritt des Präsidenten, festgenommen wurden - und deren Taten "der Unterstützung der Revolution" dienten, wie es in einem offiziellen Dekret heißt. Ausgenommen sind nur Häftlinge, die wegen Totschlags einsitzen.

Ex-Machthaber Husni Mubarak war im Februar des vergangenen Jahres in einem Volksaufstand gestürzt worden. Auch in der danach noch politisch instabilen Zeit wurden Aktivisten zufolge tausende Zivilisten inhaftiert. Wie viele Ägypter von der Amnestie betroffen sind, war nicht sofort klar.

Nach Darstellung von Aktivisten sind während des Volksaufstands sowie in dem Machtvakuum nach dem Sturz von Mubarak mehrere tausend Demonstranten von ägyptischen Militärgerichten verurteilt worden, berichtete der arabische Sender Al-Jazeera. Eine Gruppe sprach gar von bis zu 5.000 politischen Gefangenen.

jat/AFP/DPA/Reuters / DPA / Reuters
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