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Krieg in Gaza: Weitere sieben israelische Soldaten getötet

Israels Streitkräfte sind immer weiter in den dicht besiedelten Gazastreifen vorgerückt. Über 500 Tote hat der Gaza-Krieg bereits gefordert. Alle Ereignisse des Tages im Überblick.

+++ 19.15 Uhr: Weitere sieben israelische Soldaten getötet +++

Bei Gefechten im Gazastreifen sind nach Angaben der israelischen Armee weitere sieben Soldaten getötet worden. "In den vergangenen 24 Stunden wurden sieben IDF-Soldaten bei Kämpfen mit Hamas-Terroristen in Gaza getötet", erklärte das Militär am Montag. Damit wurden bislang 25 israelische Soldaten seit Beginn der Kämpfe am 8. Juli getötet, auf palästinensischer Seite starben bis Montagnachmittag rund 550 Menschen.

+++ 17.52 Uhr: USA verstärken Druck auf Israel und Hamas +++

Die USA verstärken ihren Druck auf Israel und die radikale Hamas, rasch einen Waffenstillstand auszuhandeln. Präsident Barack Obama sagte am Montag in Washington, angesichts der zunehmenden Zahl von zivilen Opfern in Israel und im Gazastreifen müsse eine rasche Feuerpause im Mittelpunkt der Bemühungen der USA und der gesamten Staatengemeinschaft stehen. Zugleich betonte Obama abermals das Recht Israels auf Selbstverteidigung.

Bei Gefechten im Gazastreifen sind nach Angaben der israelischen Armee weitere sieben Soldaten getötet worden. "In den vergangenen 24 Stunden wurden sieben IDF-Soldaten bei Kämpfen mit Hamas-Terroristen in Gaza getötet", erklärte das Militär am Montag. Damit wurden bislang 25 israelische Soldaten seit Beginn der Kämpfe am 8. Juli getötet, auf palästinensischer Seite starben bis Montagnachmittag rund 550 Menschen.

+++ 16.52 Uhr: Ban zu Gesprächen in Kairo eingetroffen +++

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ist am Montagnachmittag in der ägyptischen Hauptstadt Kairo zu Gesprächen über den Gaza-Konflikt eingetroffen. Geplant ist dort eine Unterredung mit dem ägyptischen Außenminister Sameh Schukri. Am Abend wird auch US-Außenminister John Kerry in Kairo erwartet. Ägypten hat traditionell eine Vermittlerrolle bei Konflikten zwischen Israel und der palästinensischen Hamas-Bewegung. Doch Kairos Verhältnis Kairos zu der Organisation hat sich seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär vor einem Jahr deutlich verschlechtert.

+++ 16.21 Uhr: Palästinenser melden acht Tote durch Luftangriff +++

Bei einem israelischen Luftangriff auf ein Haus im Zentrum der Stadt Gaza sind nach palästinensischen Angaben acht Menschen getötet worden. Die Hälfte davon seien Kinder, teilten die örtlichen Rettungsdienste am Montag mit.

+++ 14.52 Uhr: Antisemitische Sprechchöre - Polizei untersucht Strafbarkeit +++

Nach mehreren anti-israelischen Demonstrationen von Palästinensern in Berlin untersuchen Polizei und Staatsanwaltschaft, ob dabei gerufene Parolen volksverhetzend und damit strafbar waren. Derzeit prüfe man den Sachverhalt, sagt ein Polizeisprecher. Bei einer Kundgebung am Donnerstagabend hatten zahlreiche arabisch-palästinensische Demonstranten judenfeindliche Parolen gerufen. Diese kursieren auch auf Videos im Internet.

+++ 14.38 Uhr: Fünf Tote bei Angriff auf Klinik im Gazastreifen +++

Bei einem israelischen Angriff auf ein Krankenhaus im Gazastreifen sind fünf Menschen getötet worden. Wie Rettungskräfte mitteilen, wurde die dritte Etage des Hospitals der Märtyrer von Al-Aksa in Deir el-Balah getroffen. Es habe zudem 15 Verletzte gegeben, als Geschosse eines israelischen Panzers im Krankenhaus einschlugen, sagt ein Sprecher der palästinensischen Behörden.

+++ 12.27 Uhr: UN-Menschenrechtsrat berät über Gaza-Konflikt +++

Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen wird sich am Mittwoch in einer Dringlichkeitssitzung mit dem Angriff Israels auf Stellungen der radikal-islamischen Hamas im Gaza-Streifen befassen. Die UN erklärt, das Sondertreffen sei von Ägypten, der Vertretung der Palästinenser und einer Reihe arabischer Staaten beantragt worden. Dem UN-Gremium gehören 47 Mitglieder an.

+++ 11.05 Uhr: Erstmals seit drei Tagen wieder Raketenangriffe auf Großraum Tel Aviv +++

Erstmals seit drei Tagen greifen militante Palästinenser im Gazastreifen wieder den Großraum Tel Aviv mit Raketen an. Im Stadtzentrum heulen zweimal in Folge die Warnsirenen. Es sind dumpfe Explosionen zu hören. Nach Angaben der Armee wurden zwei Geschosse von der Raketenabwehr über der Mittelmeermetropole abgefangen. Zuletzt hatte es am Freitagabend Raketenalarm in Tel Aviv gegeben.

+++ 9.20 Uhr: Frankreichs Regierung verurteilt "antisemitische Ausschreitungen" +++

Frankreichs Regierung verurteilt die "antisemitischen Ausschreitungen" im nördlichen Pariser Vorort Sarcelles infolge der israelischen Angriffen auf den Gazastreifen. "Wer gegen eine Synagoge vorrückt oder ein Lebensmittelgeschäft anzündet, weil es einem Juden gehört, begeht eine antisemitische Tat", sagt Innenminister Bernard Cazeneuve bei einem Ortsbesuch. Bei neuen Krawallen am Sonntag hatten vor allem jugendliche Täter in Sarcelles Geschäfte geplündert und unter anderem Autos angezündet. Die Polizei nahm 18 Verdächtige fest.

+++ 8.32 Uhr: Zwei US-Bürger unter in Gaza getöteten israelischen Soldaten +++

Unter den bei der Bodenoffensive im Gazastreifen getöteten israelischen Soldaten sind offenbar auch zwei US-Bürger. Wie US-Medien unter Berufung auf Freunde und Verwandte der Toten berichteten, kämpften die beiden Männer für die israelische Armee. Das US-Außenministerium bestätigt, dass die US-Bürger Max Steinberg und Sean Carmeli im Gazastreifen gestorben seien. Angaben zu den Todesumständen oder der Tätigkeit der beiden macht das Ministerium nicht.

Der "Los Angeles Times" zufolge dienten die 21 und 24 Jahre alten Männer in der Brigade Golani der israelischen Armee. Das "Jewish Journal of Greater Los Angeles" berichtet, Steinberg habe seit Ende des Jahres 2012 als Scharfschütze für die Brigade gearbeitet.

+++ 8.10 Uhr: Durch Tunnel nach Israel gelangte "Hamas-Terroristen" getötet +++

Das israelische Militär bestätigt die Tötung von "mehr als zehn" militanten Palästinensern aus dem Gazastreifen. Sie seien illegal nach Israel eingedrungen, heißt es weiter. Die "Terroristen" aus den Reihen der radikalislamischen Hamas seien über zwei Tunnel vom nördlichen Gazastreifen aus nach Israel gelangt und von israelischen Streitkräften erschossen worden, teilt Armeesprecher Peter Lerner über Twitter mit.

+++ 7.22 Uhr: Neun Tote bei Luftangriff in Rafah +++

Bei einem israelischen Luftangriff in Rafah im südlichen Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben neun Mitglieder einer Familie getötet worden. Darunter seien vier Minderjährige, teilen die Rettungsbehörden mit. Bei dem Angriff auf das Haus der Familie Siam seien auch mehrere Menschen verletzt worden. Eine israelische Armeesprecherin in Tel Aviv kann sich nicht zu dem Vorfall äußern.

+++ 7.07 Uhr: Heftige Kämpfe in Gaza-Viertel gehen weiter +++

Die heftigen Kämpfe in einem dicht bewohnten Viertel der Stadt Gaza gehen unvermindert weiter. Bei Gefechten in dem Viertel Sadschaija seien zehn bewaffnete Hamas-Mitglieder getötet worden, sagt der israelische Militärsprecher Peter Lerner. Zu Berichten der radikal-islamischen Hamas über einen entführten israelischen Soldaten sagt er: "Wir können es nicht ausschließen." Man prüfe den Vorfall weiter.

+++ 6.25 Uhr: Zahl der Toten im Gazastreifen steigt auf über 500 - 3150 Verletzte +++

Die Zahl der palästinensischen Toten bei israelischen Angriffen im Gazastreifen steigt auf mehr als 500. Seit Beginn der Offensive in dem schmalen Küstenstreifen am Mittelmeer vor knapp zwei Wochen seien 3150 Menschen verletzt worden, teilen die örtlichen Rettungskräfte mit. Unter den Opfern in dem Palästinensergebiet seien viele Frauen und Kinder. Auf der israelischen Seite kamen bislang 18 Soldaten und zwei Zivilisten ums Leben. Rund 80 israelische Soldaten wurden nach Angaben des israelischen Rundfunks verletzt.

+++ 6.12 Uhr: UN-Sicherheitsrat fordert Feuerpause in Nahost +++

Nach der Eskalation im Nahen Osten fordert der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine Feuerpause und den Schutz von Zivilisten. "Wir sind sehr besorgt um die Zivilisten im Kampfgebiet", sagt Ruandas UN-Botschafter Eugene-Richard Gasana, in diesem Monat Präsident des Rates in New York. "Wir rufen alle Seiten auf, alles Notwendige zum Schutz der Zivilisten zu tun und das internationale Völkerrecht zu achten." Der Rat fordert zudem eine sofortige Einstellung aller Feindseligkeiten.

+++ 4.30 Uhr: Israelischer UN-Botschafter - Keiner unserer Soldaten entführt +++

Israel weist die Darstellung militanter Palästinenser zurückg, wonach ein israelischer Soldat in den Händen der Kassam-Brigaden ist. "Es gibt keinen entführten Soldaten, die Gerüchte sind falsch", sagt der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Ron Posor. Der bewaffnete Arm der militanten Palästinensergruppe Hamas hatte zuvor mitgeteilt, während der Kämpfe im Gazastreifen einen israelischen Soldaten gefangen genommen zu haben. Ein maskiertes Mitglied der Kassam-Brigaden hatte im Hamas-TV gesagt, der Soldat sei in ihrer Gewalt.

+++ 3.32 Uhr: Obama fordert "sofortige Waffenruhe" in Nahost +++

US-Präsident Barack Obama fordert eine "sofortige Waffenruhe" im Nahen Osten. In einem Telefonat mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu äußert sich Obama beunruhigt über die steigende Zahl an zivilen Opfern im Gazastreifen sowie den Tod mehrerer israelischer Soldaten, wie das Weiße Haus mitteilt. Gleichzeitig habe Obama die Raketenangriffe der Hamas auf israelisches Gebiet verurteilt und das Recht Israels auf Selbstverteidigung hervorgehoben.

Der US-Präsident kündigt auch eine neue Vermittlungsmission seines Chefdiplomaten John Kerry an. Nach Angaben des US-Außenministeriums wird Kerry heute in Kairo eintreffen, um mit Vertretern Ägyptens und anderer Länder aus der Region über eine friedliche Beilegung des Konflikts zu sprechen. Auch UN-Generalsekretär Ban hält sich derzeit im Bemühen um einen dauerhaften Waffenstillstand im Nahen Osten auf.

+++ 2.49 Uhr: Mindestens 469 Palästinenser seit Beginn der Gaza-Offensive getötet +++

Bei den israelischen Angriffen auf den Gazastreifen sind mindestens 20 weitere Palästinenser getötet worden. Das geben die örtlichen Rettungskräfte bekannt. Damit erhöht sich die Zahl der seit Beginn der israelischen Offensive im Gazastreifen getöteten Menschen auf insgesamt 469.

+++ 2.30 Uhr: Netanjahu kündigt Ausweitung von Bodenoffensive im Gazastreifen an +++

Ungeachtet der zahlreichen Toten auf beiden Seiten kündigt Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Ausweitung der Bodenoffensive im Gazastreifen an. "Wir werden nicht aufhören, bis alle Ziele erreicht sind", sagt Netanjahu in Tel Aviv. Die radikalislamische Hamas sei selbst für die vielen Toten unter den Zivilisten in dem Palästinensergebiet verantwortlich. Es könnten noch "schwere Tage" bevorstehen, sagt Netanjahu.

+++ 1.35 Uhr: Hamas gibt Entführung von israelischem Soldaten bekannt +++

Hamas-Kämpfer haben nach eigenen Angaben einen israelischen Soldaten entführt. "Der israelische Soldat Schaul Aaron ist in den Händen der Essedin-el-Kassam-Brigaden", sagt ein Sprecher der Brigaden mit dem Kampfnamen Abu Obeida im Fernsehen. In Gaza-Stadt sowie in Ramallah und Hebron im Westjordanland kam es daraufhin zu Jubelszenen. Eine israelische Armeesprecher sagt, eine Untersuchung sei eingeleitet worden.

Die Essedin-al-Kassam-Brigaden sind der bewaffnete Arm der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert. Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri nennt die mutmaßliche Entführung einen "großen Sieg und eine Rache für das Blut der Märtyrer".

+++ 1.02 Uhr: Kerry reist nach Kairo +++

US-Außenminister John Kerry wird heute in die ägyptische Hauptstadt Kairo reisen, um Bemühungen um eine Feuerpause im Gaza-Konflikt zu unterstützen. Das bestätigt Außenamtssprecherin Jen Psaki.

Die USA und ihre internationalen Partner seien "zutiefst besorgt über das Risiko einer weiteren Eskalation und des Verlustes von weiteren unschuldigen Menschenleben", heißt es in der Mitteilung weiter. "Wir glauben, dass es so bald wie möglich eine Feuerpause geben sollte - eine, die den im November 2012 erreichten Waffenstillstand wiederherstellt." Kerry unterstütze die ägyptische Initiative für eine solche Feuerpause.

Bereits zuvor hat sich Präsident Barack Obama in einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten besorgt über die wachsende Zahl der Opfer im Konflikt zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas geäußert.

and/DPA/AFP/RTR / DPA