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Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha: Gefechte an umstrittener Tempelanlage Preah Vihear

Der Grenzkonflikt zwischen Thailand und Bangkok weitet sich offenbar aus. Am Dienstag kam es zu Zusammenstößen beim Tempel Preah Vihear, wie die thailändische Armee mitteilte.

Die Kämpfe zwischen Thailand und Kambodscha weiten sich aus. Am Dienstag kam es nach Angaben der thailändischen Armee zu einem halbstündigen Gefecht nahe des Hindu-Tempels Preah Vihear, rund 150 Kilometer östlich des Gebiets, in dem sich die Truppen vier Tage in Folge heftige Gefechte geliefert hatten. Ein thailändischer Sprecher sagte, beide Seiten hätten Kurzstrecken-Raketen und Schusswaffen eingesetzt. Nach seiner Darstellung wird versucht, die Kämpfe örtlich zu begrenzen. Sie beruhten auf einem "Missverständnis", sagte der Sprecher.

Ein kambodschanische Regierungssprecher Phay Siphan sagte, Kampfflugzeuge der Thailänder hätten die Region um den Tempel Preah Vihear bombardiert. Am Freitag hatten sich die Kämpfe an den über 100 Kilometer entfernten Tempeln Ta Moan und Ta Krabey entzündet. Mindestens 13 Menschen wurden bei den Auseinandersetzungen getötet. 50.000 Menschen wurden aus der Kampfzone evakuiert.

Kambodscha will nur unter Vermittlung verhandeln

In der Region um den Tempel Preah Vihear wurde bereits Anfang Februar heftig gekämpft. Das Glaubensstätte aus dem 11. Jahrhundert ist seit Generationen ebenso wie andere Tempel im Grenzgebiet zwischen beiden Ländern umkämpft. Preah Vihear wurde vor 49 Jahren vom Internationalen Gerichtshof Kambodscha zugeschlagen. Thailand hat dies nie anerkannt. Neue Nahrung erhielten die Streitigkeiten als 2008 Preah Vihear den Status eines Weltkultur-Erbes von der UNESCO erhielt.

Thailand dringt auf sofortige Verhandlungen mit Kambodscha. Kambodscha will allerdings erst Gespräche am Rande der Tagung des Verbandes Südostasiatischer Nationen (ASEAN) am 7. und 8. Mai aufnehmen, weil es auf eine Vermittlung von unparteilicher Stelle besteht.

Viele Experten gehen davon aus, dass die Konflikte nicht nur wegen der Grenzstreitigkeiten geführt werden, sondern auch innenpolitische Gründe haben. Beide Regierungen könnten mit den bewaffneten Auseinandersetzungen versuchen, nationale Strömungen zu vereinnahmen. Kambodscha könnte außerdem ein Interesse an einem Regierungswechsel in Bangkok haben, in Thailand wird kommenden Juli gewählt. In Thailand könnte außerdem das Militär seine Muskeln spielen lassen, um seine Rolle im politischen Gefüge des Landes zu festigen.

Reuters/AFP / Reuters
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