HOME

Griechenland will finanziellen Neubeginn: Haushalt 2012 soll ohne neue Schulden auskommen

Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos kündigt bessere Zeiten für Griechenland an. Schon im nächsten Jahr soll die Haushaltsbilanz der Staats wieder positiv sein. Funktionieren kann diese Rechnung allerdings nur, wenn das Land den geplanten Schuldenschnitt in Höhe von 50 Prozent erhält.

Griechenland will im nächsten Jahr keine neue Schulden mehr machen. Das kündigte Finanzminister Evangelos Venizelos am Freitag im Parlament in Athen an. Der Haushalt 2012 werde der erste mit einem "primärem Überschuss" sein und damit einen Neuanfang markieren. Venizelos sprach von einem "nationalen Neubeginn".

"Es hängt von uns ab, ob wir es schaffen", sagte der Finanzminister anschließend bei einer Pressekonferenz. Nach vielen Jahren sei erstmals damit zu rechnen, dass die Einnahmen die Ausgaben um etwa 2,5 Milliarden Euro überstiegen. Voraussetzung sei der geplante Schuldenschnitt in Höhe von 50 Prozent.

Dazu soll das Haushaltsdefizit im Jahr 2012 auf 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zurückgefahren werden, wie aus dem am Freitag in Athen vorgelegten Etatentwurf hervorging. Die Vorgängerregierung unter dem zurückgetretenen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou hatte bisher ein Defizit von 6,8 Prozent eingeplant. Im laufenden Jahr liegt der Wert voraussichtlich bei neun Prozent.

Griechen warten auf Troika-Entscheidung

Die Wirtschaft wird Venizelos zufolge 2012 voraussichtlich weiter um 2,8 Prozent schrumpfen. Papandreous Regierung war noch von einem Minus von 2,5 Prozent ausgegangen. Zugleich dürfte auch die Arbeitslosigkeit leicht von 18,4 auf 17,1 Prozent sinken. Athen hoffe zudem, dass der sogenannte europäische Marshallplan in Gange kommt, sagte der Minister.

Am Freitag wurden in Athen die Chefs der sogenannten Troika aus Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank erwartet, deren Urteil zu den Sparanstrengungen über weitere Hilfskredite für Griechenland entscheidet. Ohne eine weitere Überweisung in Höhe von acht Milliarden Euro droht dem Land Mitte Dezember die Pleite.

jwi/DPA / DPA