VG-Wort Pixel

Auf Bundesebene Erste US-Hinrichtung seit 17 Jahren: Opfer-Familie will Aufschub, um dabei sein zu können

Hinrichtungsstuhl im US-Bundesgefängnis in Terre Haute in Indiana
Exekutionsraum im US-Bundesgefängnis Terre Haute, Indiana: Hier soll der verurteilte Mörder Daniel Lee Lewis (kl. Foto) noch im Laufe dieses Montags hingerichtet werden.
© Spokane Police Department / AFP / Picture Alliance
In den USA steht die erste Exekution auf Bundesebene seit 17 Jahren an. Doch nun will die Opfer-Familie einen Aufschub, um dabei sein zu können. Wegen der Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus soll ihr das verwehrt werden.

Um die erste Hinrichtung in den USA auf Bundesebene seit 17 Jahren ist wegen der Corona-Ansteckungsgefahr ein juristischer Streit entbrannt. Ein Bundesberufungsgericht erlaubte am Sonntag (Ortszeit) die für diesen Montag angesetzte Exekution des verurteilten Mörders Daniel Lewis Lee, berichtete die US-Zeitung "USA Today". 

Das Gerichte kippte damit einen kurz zuvor von einem anderen Gericht verhängten Stopp, wie es in dem Bericht heißt. Der Anwalt der Hinterbliebenen kündigte der Zeitung zufolge daraufhin an, dass die Familie nun das Oberste Gericht der USA, den US Supreme Court, anrufen und um einen Aufschub bitten werde.  

Exekution: Angehörigen wollen unbedingt dabei sein

Die Angehörigen wollen bei der Exekution Lees in einem Gefängnis in Terre Haute im US-Staat Indiana anwesend sein. Eine Teilnahme stelle derzeit wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus aber ein übermäßiges Gesundheitsrisiko dar, hatten sie argumentiert. Noch am Freitag erreichten sie damit bei einem Bezirksgericht einen Aufschub. Das Berufungsgericht entschied nun jedoch "USA Today" zufolge, das Argument der Familie sei "bar jeglicher diskutabler Rechtsgrundlage und deshalb nicht ernsthaft". 

Lee war dem Zeitungsbericht zufolge wegen des Mordes an einem Ehepaar und dessen achtjähriger Tochter zum Tode verurteilt worden. Er soll per Giftspritze exekutiert werden. "Die Regierung bringt die Familie in eine untragbare Situation, zwischen ihrem Recht auf Anwesenheit bei Lees Exekution und ihrer eigenen Gesundheit und Sicherheit wählen zu müssen", zitierte die Zeitung den Anwalt, ohne seinen Namen zu nennen. 

1. 91 Prozent der Männer und 84 Prozent der Frauen hatten schon Mordfantasien. 2. Psychiater begehen doppelt so häufig Selbstmord wie ihre Patienten. 3. Liebeskummer ist der häufigste Grund für Selbstmord bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. 4. Der Computerpionier und Kryptograf Alan Turing beging Selbstmord, indem er einen Apfel aß, den er zuvor vergiftet hatte. 5. Menschen würden eher einen mit Hundekot beschmierten Pullover anziehen als einen gereinigten, der zuvor von einem Serienmörder getragen wurde. 6. Die Selbstmordrate von Frauen mit künstlichen Brüsten ist 73 Prozent höher als die von Frauen mit naturbelassenen Brüsten. 7. In Großbritannien konnten bis in die Fünfziger Jahre hinein bei einem gemeinsamen Selbstmordversuch Überlebende die Todesstrafe erhalten. 8. Victor von Hase stand 1854/55 in Heidelberg vor Gericht, weil sein verlorener Studentenausweis einem Mörder zur Flucht verholfen hatte. Seine Aussage: "Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts!".
Mehr

Todesstrafe auf Bundesebene 2003 zuletzt vollstreckt

In den vergangenen Monaten hatte es in US-Gefängnissen besonders viele Erkrankungen mit Covid-19 gegeben. Während viele Bundesstaaten die Todesstrafe vollstrecken, hat es auf Bundesebene seit 2003, also seit etwa 17 Jahren, keine Hinrichtung mehr gegeben. Die Todesstrafe wurde seitdem zwar weiter verhängt, aber nicht vollstreckt. Fälle, in denen Straftäter von Bundesgerichten zum Tode verurteilt wurden, liegen in der Hand der Bundesregierung. Justizminister William Barr drang zuletzt drauf, die Hinrichtungen auszuführen. Zuletzt hatte das Oberste Gericht den Weg für die Wiederaufnahme nach einem Streit um die Exekutionsmethode geebnet.

dho DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker