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IAEO-Bericht: Iran verfügt über Bau-Anleitungen für Atombomben

Die Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) hat ihren Bericht über das iranische Atomprogramm abgefasst. Demnach steht der islamische Staat kurz vor der Anreicherung von Uran.

Iran bereitet nach einem vertraulichen Bericht der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) zurzeit seine Atomanlage bei Natans intensiv auf die Anreicherung von Uran vor. Zwar hätten Wissenschaftler in dem Werk den Anreicherungsprozess selbst noch nicht aufgenommen, doch liefen die Vorbereitungen dafür auf Hochdruck, heißt es in dem Bericht. Iran verfüge darüber hinaus offenbar über Anleitungen zum Bau bestimmter Bestandteile von Atombomben.

Der Rat wird am Donnerstag in Wien darüber entscheiden, ob Teheran wegen seiner umstrittenen Atompolitik dem UN-Sicherheitsrat gemeldet werden soll. Die fünf führenden Atommächte und Deutschland hatten am Dienstagmorgen in London beschlossen, dem Gouverneursrat eine entsprechende Entschließung vorzulegen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verteidigte am Abend im ZDF den Beschluss. Dies sei der richtige Schritt gewesen, "sonst hätte sich die internationale Staatengemeinschaft unglaubwürdig gemacht". Teheran wird vor allem von den Europäern und den USA verdächtigt, seit Jahren heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten.

Inspekteure an ihrer Arbeit gehindert

Wie am Abend aus diplomatischen Kreisen in Wien verlautete, wird Iran in dem Bericht außerdem beschuldigt, die Untersuchungen von IAEO-Inspekteuren zu erschweren. IAEO-Inspekteure wurden danach unter anderem daran gehindert, einen Wissenschaftler zu befragen, der über den Kauf von Material zum möglichen Bau von Atomwaffen Auskunft geben sollte. Außerdem sei ihnen nicht gestattet worden, Dokumente zu kopieren, die im Zusammenhang mit Bauplänen für die Herstellung von Atombomben stünden.

Teheran ist außerdem im Besitz eines Dokuments, in dem die Herstellung des Kerns für Atombomben aus hoch angereichertem Uran beschrieben wird. Iran behauptet seit Jahren, mit seinem 18 Jahre lang geheimen Atomprogramm ausschließlich friedliche Absichten zu verfolgen. Iran behauptet, es habe diese Dokumente "ungewollt" von nuklearen Schwarzhändlern, vermutlich aus dem Umfeld des pakistanischen Atomforschers und Vaters der pakistanischen Atombombe, Abdul Qadir Khan, erhalten.

Dem Bericht zufolge verfolgen IAEO-Inspekteure über Satellit die Arbeiten an einem iranischen Schwerwasser-Versuchsreaktor, mit dem sich bombenfähiges Plutonium herstellen ließe. Sowohl die IAEO, als auch die EU und USA haben an Teheran appelliert, den Bau des Reaktors zu stoppen.

Ahmadinedschad bleibt stur

Unterdessen hat Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad sich im Streit um das Atomprogramm seines Landes erneut hart gezeigt. Er werde dem Druck aus dem Ausland widerstehen, bis die Islamische Republik zu ihren Rechten komme, sagte er am Mittwoch vor tausenden Anhängern in der Hafenstadt Buschehr in einer Rede, die zum Teil live im staatlichen Fernsehen übertragen wurde. Der Iran pocht darauf, ein Atomprogramm zur friedlichen Nutzung zu entwickeln. „Ich sage den so genannten Supermächten, dass die iranische Nation vor 27 Jahren unabhängig wurde und selbst entscheidet“, so der Präsident.

DPA/Reuters / DPA / Reuters