Irak "Der Anfang vom Ende von Al Kaida im Irak"


Nach dem Tod von Terroristenführer al-Sarkawi gehen die Sicherheitskräfte im Irak massiver denn je gegen Aufständische vor. Bei den Offensiven sind offenbar wichtige Dokumente über Al Kaida im Irak beschlagnahmt worden.

Nach dem Tod von Terroristenführer Abu Mussab al Sarkawi gehen die Sicherheitskräfte im Irak massiver denn je gegen Aufständische vor. Ein US-Militärsprecher teilte am Donnerstag mit, seit einer Woche seien landesweit 104 Rebellen getötet und 759 "anti-irakische Elemente" festgenommen worden.

Der irakische Nationale Sicherheitsberater Muwafak al Rubaie erklärte, bei den Offensiven seien wichtige Dokumente über Al Kaida im Irak beschlagnahmt worden, darunter Informationen über Namen und Schlupfwinkel von Führungsmitgliedern. "Wir haben das Gefühl, das ist der Anfang vom Ende von Al Kaida im Irak", sagte Al Rubaie auf einer Pressekonferenz in Bagdad.

Wichtige Aufzeichnungen entdeckt

Im Versteck Sarkawis nahe Bakuba seien unter anderem ein USB-Speicherstick und ein Laptop mit wichtigen Aufzeichnungen gefunden worden. Nachfolger des Terroristenführers ist der in Ägypten geborene Abu Ajjub al Masri, wie US-Generalmajor William Caldwell mitteilte. Es handele sich dabei vermutlich um denselben Mann, der von Al Kaida im Irak unter dem Namen Abu Hamsa al Muhadscher als neuer Führer vorgestellt worden sei. Er soll enge Verbindungen zu Ajman al Sawahri unterhalten, dem Stellvertreter Osama bin Ladens.

In Bagdad wurden 75.000 irakische Sicherheitskräfte stationiert. Sie durchsuchten Autos und sicherten die Ein- und Ausfallstraßen der Hauptstadt. Die Regierung verlängerte zudem das Ausgehverbot und erließ ein Waffenverbot. Gleichzeitig bot Ministerpräsident Nuri al-Maliki den Aufständischen Gespräche an, solange sie für keine Anschläge verantwortlich seien. Des weiteren stellte Al-Maliki einen Plan zur nationalen Versöhnung in Aussicht. Dieser könne unter anderem eine Amnestie für Gefangene vorsehen, die sich keiner terroristischen Handlungen schuldig gemacht hätten.

Hunderte Entlassungen

Nach Angaben des Justizministeriums wurden 421 weitere irakische Häftlinge aus US-Gefängnissen im Irak entlassen. Gleichwohl ging die Gewalt weiter. In Bakuba wurden zehn Schiiten erschossen. Die Angreifer hätten einen Kleinbus gestoppt und ihre Opfer aus dem Fahrzeug gezerrt, teilte die irakische Polizei mit. In der Nähe von Tikrit stürmten Bewaffnete während des Morgengebets eine sunnitische Moschee und erschossen vier Menschen. 15 weitere wurden verwundet. Das Verteidigungsministerium in Washington teilte unterdessen mit, dass seit Kriegsbeginn im März 2003 schon 2.500 US-Soldaten im Irak ums Leben gekommen seien.

Demnach wurden 1.972 Soldaten bei Kampfhandlungen getötet, 528 bei Unfällen oder anderen Zwischenfällen. Genaue Einzelheiten über den 2.500. Todesfall wurden nicht mitgeteilt. Beobachtern zufolge dürfte die Bilanz den Druck auf die US-Regierung verstärken, die knapp 130.000 Soldaten im Irak schon bald abzuziehen. US-Präsident George W. Bush lehnte es nach seinem Blitzbesuch in Bagdad jedoch erneut ab, einen Zeitplan für den Truppenabzug zu nennen. Auf dem Rückflug in die USA hatte Bush zuvor erklärt, er habe dem irakischen Ministerpräsidenten Al-Maliki weiterhin die volle Unterstützung der USA zugesichert. Der irakische Sicherheitsberater Al Rubaie erklärte indessen, schon bis zum Jahresende könnten zahlreiche Soldaten des US-geführten Kontingents aus dem Irak abgezogen werden. Bis Ende 2007 werde der Großteil der Koalitionstruppen den Irak verlassen haben, Mitte 2008 "der letzte Soldat".

Kim Gamel/AP AP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker