Irak Blutigster Anschlag seit Monaten


Bei einem Autobombenanschlag auf einen belebten Markt in Bagdad sind mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 75 wurden teils schwer verletzt.

Bei einem verheerenden Autobombenanschlag in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind mindestens 50 Menschen getötet worden. Ungefähr 80 Personen wurden verletzt, als der Sprengsatz am Dienstagabend während des Berufsverkehrs in dem Schiiten-Viertel Hurrija im Norden der Stadt detonierte. Bei den Opfern handele es sich ausschließlich um Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, teilte die Polizei mit. Es war der blutigste Anschlag in Bagdad seit Monaten.

Der US-Nachrichtensender CNN berichtete, die Bombe sei in der Nähe einer Bushaltestelle explodiert. Ein Markt sowie Wohnungen seien von der Explosion ebenfalls getroffen worden.

Auch in der Provinz Dijala nordöstlich von Bagdad riss ein Selbstmordattentäter mit einer Autobombe Menschen in den Tod: An einer Straßensperre starben zwei Polizisten, 15 Menschen wurden verletzt.

Im Nordirak protestierten derweil rund 300 Iraker während einer Beerdigung gegen die US-Armee, nachdem amerikanische Soldaten in der Stadt Mossul vier Iraker erschossen hatten. Die US-Armee geht davon aus, dass es sich bei den Toten um al-Kaida-Terroristen handelte. Sie erklärte, einer der Männer habe die Soldaten bei einer Razzia gegen Terroristen in Mossul bedroht.

Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak meldete unter Berufung auf die Polizei, die US-Einheit habe einen Vater und seine drei Söhne erschossen. Über mögliche Terror- Aktivitäten der Familie sagte die Polizei nichts.

Die irakische Armee will am Donnerstag ihre Offensive in der südlichen Schiiten-Stadt Amara beginnen. Die Kämpfer der Milizen hätten noch bis zum Sonnenaufgang am Donnerstag Zeit, um den Sicherheitskräften ungestraft ihre Waffen zu übergeben, meldete die regierungsnahe Bagdader Tageszeitung "Al-Sabah". Wer auf das Angebot von Ministerpräsident Nuri al-Maliki nicht eingehe, habe keine Milde zu erwarten.

DPA DPA

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